Erzbistum stellt Beitrag zum weltweiten synodalen Prozess vor

Luxemburger Katholiken für Änderungen bei Sexualmoral und Zölibat

Aktualisiert am 26.07.2022  –  Lesedauer: 

Luxemburg  ‐ Auch im Erzbistum Luxemburg ist die erste Phase des weltweiten synodalen Prozesses beendet. In der Zusammenfassung, die in die Bischofssynode einfließen wird, fordern die Gläubigen ähnliche Reformen wie die Katholiken anderer Länder.

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Das Erzbistum Luxemburg hat seinen Beitrag für die Weltsynode der katholischen Kirche vorgestellt. In das 16-seitige Papier flossen Rückmeldungen von rund 4.590 Frauen, Männern und Kindern aus dem ganzen Erzbistum ein. Ein von Kardinal Jean-Claude Hollerich beauftragtes Team aus zwei Mitarbeitern bereitete die Rückmeldungen auf und erstellte den Bericht.

Kardinal Hollerich, dem bei der Weltsynode als Generalberichterstatter eine Schlüsselposition zukommt, betonte am Montag in Luxemburg: "Ich habe mich vollkommen zurückgenommen." Die Menschen seien befragt worden und er höre zu, was sie zur Zukunft der Kirche zu sagen hätten. Einzelpersonen und Gruppen konnten mit einem Fragebogen ihre Wünsche, Gedanken und Haltungen zur Kirche äußern. Außer auf Katholiken ging das Team auch auf der Kirche fern stehende Personen zu.

Der Bericht fasst zu den Schlüsselwörtern Partizipation, Gemeinschaft und Mission Kernwünsche zusammen. Unterschieden wird nach Themen, die sich auf Ebene der Diözese umsetzen lassen und solchen, die Aufgabe der Weltkirche sind. An zentralen Wünschen auf Ebene der Weltkirche nennt der Bericht unter anderem: Eine Änderung der Lehre zu Homosexualität, Öffnung der Ehe für alle, Aufhebung des Pflichtzölibats, außerdem echte Mitbestimmungsmöglichkeiten von Laien, etwa bei Bischofsernennungen oder Leitungsfunktionen.

Kardinal Hollerich will sich im Sommer mit kirchlichen Gremien beraten

Teammitarbeiter Jean-Louis Zeien betonte, der Bericht solle Orientierung für den Weg der Kirche in Luxemburg für die kommenden Jahre sein. Wichtig sei, diejenigen, die jetzt Chancen sähen, nicht zu enttäuschen - auch wenn sich nicht alle Wünsche umsetzen ließen und einige ein Thema für die Weltkirche seien.

Kardinal Hollerich sagte, er wolle über den Sommer mit kirchlichen Gremien beraten, welche Wünsche und Änderungen sich bereits auf diözesaner Ebene umsetzen ließen. Darüber hinaus lobte er den Prozess der Weltsynode: "Wir bekommen ein Instrumentarium an die Hand, wie Änderungen in der Kirche möglich sind", sagte er.

Die vor wenigen Tagen veröffentlichte kritische Vatikan-Erklärung zum Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland, dem Synodalen Weg, wollte Hollerich nicht kommentieren. Das sei mit Blick auf seine Funktion als Generalberichterstatter der Weltsynode nicht angemessen. Er gab allerdings zu bedenken: "Positiv ist, dass die Schlussfolgerungen des Synodalen Wegs in Deutschland mit in die Weltsynode hineingegeben werden sollen." Darüber hinaus verwies er auf die unterschiedlichen Ansätze des Reformprozesses in Deutschland im Vergleich zur Weltsynode. (KNA)