Gläubige auf den Philippinen hatten Bischof Voderholzer darum gebeten

Bistum Regensburg verschickt Sarg-Reliquie der heiligen Anna Schäffer

Aktualisiert am 13.09.2022  –  Lesedauer: 
Historische Aufnahme von Anna Schäffer.
Bild: © KNA

Regensburg ‐ Die heilige Anna Schäffer wird im Bistum Regensburg, wo sich ihr Grab befindet, stark verehrt. Doch auch in Asien beten viele Menschen zu der oberbayerischen Heiligen. Deshalb kam die Diözese nun einer besonderen Bitte von den Philippinen nach.

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Das Bistum Regensburg entsendet zur Verehrung der heiligen Anna Schäffer (1882-1925) dieser Tage eine Sargreliquie auf die Philippinen. Ein entsprechendes Gesuch hatte den Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer vor wenigen Wochen aus dem Inselstaat erreicht, wie die Internetseite der Diözese berichtet. In dem Schreiben sei darauf verwiesen worden, dass in den vergangenen acht Jahren das Zentrale Büro für die Verbreitung der Verehrung der bayerischen Mystikerin in den Philippinen aktiv geworben worden sei. Verschiedene Projekte wie etwa die Reliquien-Pilgertour seien angestoßen worden.

In der Folge sei es vielen Verehrern ermöglicht worden, die sterblichen Überreste der Heiligen physisch zu berühren und zu sehen, hieß es. Denn die Menschen in dem südostasiatischen Inselstaat hätten meist nicht die Mittel, um zum Schrein Schäffers ins oberbayerische Mindelstetten zu fahren. Von ihr aber seien die Worte überliefert: "Geh nur zu meinem Grab und ich verstehe dich schon." Um dieses Versprechen zu erfüllen, hatte man deshalb in Regensburg ein Stück Holz aus dem Originalsarg erbeten in einer Größe von 30 Zentimetern.

Auf dem Postweg nach Quezon City

Eine entsprechende Reliquie ist nun laut Internetseite gesiegelt und auf dem Postweg nach Quezon City gesandt worden. Das Stück stamme aus dem Deckel des Holzsarges, welcher am 30. Januar 1999 anlässlich der Translation der Gebeine Schäffers in Vorbereitung der Seligsprechung geöffnet wurde.

Anna Schäffer war eine bayerische Dienstmagd, die eigentlich Missionsschwester werden wollte, bis ein schwerer Unfall ihre Pläne durchkreuzte. 1901 verbrannte sie sich beide Beine mit kochender Lauge und blieb seither ans Krankenbett gefesselt. Ihr mehr als 25 Jahre währendes Leiden lernte sie im Glauben zu ertragen. Mit vielen Personen führte sie einen Briefwechsel über religiöse Fragen. Seit 1910 stellten sich an ihrem Körper Male ein, die den Wundmalen Christi glichen. Schäffer wurde 1999 selig- und 2012 heilig gesprochen. (KNA)