"Einmal Christ, immer Christ"

Ministerpräsident Weil kann sich Wiedereintritt in Kirche vorstellen

Aktualisiert am 16.09.2022  –  Lesedauer: 

München ‐ Er sei katholisch erzogen, "das behält man immer in sich", sagt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Dennoch sei er in den 1980er-Jahren aus einem bestimmten Grund aus der Kirche ausgetreten. Wiedereintritt denkbar.

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Stephan Weil (63), Ministerpräsident von Niedersachsen, schließt nicht aus, doch wieder Mitglied der katholischen Kirche zu werden. "Einmal Christ, immer Christ", sagte der SPD-Politiker der in München erscheinenden Illustrierten "Bunte". Er sei katholisch erzogen, "das behält man immer in sich". Doch in den 1980er-Jahren sei Weil ausgetreten, "weil mir das päpstliche Verbot der Pille nicht gepasst hat". Er habe eine moderne Familienplanung gewollt.

Einige Male schon sei er sehr versucht gewesen, wieder einzutreten. "Eine Gesellschaft ohne Kirche mag ich mir nicht vorstellen." Aber leider gebe es immer wieder Skandale, die ihn bisher davon abhielten. Weil ist seit 2013 niedersächsischer Ministerpräsident und seit 2012 Vorsitzender der SPD Niedersachsen. Zuvor war er seit 2006 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover.

Im vergangenen Jahr waren so viele Menschen wie noch nie aus der katholischen Kirche in Deutschland ausgetreten. Aus der im Juni von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) veröffentlichten Kirchenstatistik für das Jahr 2021 geht hervor, dass 359.338 Menschen die Kirche verließen. Mit 137.948 mehr Austritten als im Vorjahr (221.390) wurde damit ein neues Allzeithoch erreicht. (tmg/KNA)