Oberhirten rudern nach Veröffentlichung von Schreiben zurück

Flämische Bischöfe: Führen keine Liturgie zu Segnung Homosexueller ein

Aktualisiert am 21.09.2022  –  Lesedauer: 

Brüssel ‐ Was am Dienstag als Vorstoß in der Weltkirche und Vorreiterrolle angesehen wurde, wollen die flämischen Bischöfe einen Tag später anders verstanden wissen: Sie betonen explizit, dass sie keine Liturgie zur Segnung homosexueller Paare einführen wollen.

  • Teilen:

Die Bischöfe der belgischen Region Flandern wollen nach eigenen Angaben keine Liturgie zur Segnung homosexueller Paare einführen. Anders als in Medienberichten dargestellt, führe man keine Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare ein, sagte der Sprecher des Erzbistums Mechelen-Brüssel, Geert De Kerpel, am Mittwoch auf Anfrage.

Am Dienstag hatten die Bischöfe ein Schreiben unter dem Titel "Homosexuellen Personen pastoral nahe sein – Für eine einladende Kirche, die niemanden ausschließt" veröffentlicht. Für Situationen, in denen homosexuelle Personen oder Paare die Bitte nach einem "Moment des Gebets" äußern, macht die bischöfliche Handreichung zwei Textvorschläge. Diese gehen auch auf den Wunsch ein, dass Gott ihr "Engagement für Liebe und Treue segnen und weiterführen möge". Dabei betonen die Bischöfe, es müsse "der Unterschied zu dem deutlich bleiben, was die Kirche unter einer sakramentalen Ehe versteht".

"Wir führen keine Liturgie ein"

Der Bistumssprecher unterstrich nun, die Gebetsvorschläge bezögen sich nicht ausdrücklich auf Homosexuelle; sie könnten in Gemeinschaft oder einzeln, in einer Kirche oder privat gesprochen werden. "Wir führen keine Liturgie ein", sagte De Kerpel. Die Bischöfe seien überzeugt, "dass das auf der Linie von Papst Franziskus liegt".

Die römische Glaubenskongregation hatte in einem im März 2021 veröffentlichten Schreiben erklärt, die Kirche habe keine Vollmacht, gleichgeschlechtliche Beziehungen zu segnen. Denn zu diesen gehörten sexuelle Aktivitäten außerhalb der Ehe von Mann und Frau. Gott segne sündige Menschen, nicht aber die Sünde, so die Vatikanbehörde. Das Nein des Vatikan war in Belgien, Deutschland und anderen Ländern auf Kritik gestoßen. (tmg/KNA)