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Bischof von Bafia wurde wahrscheinlich ermordet

Der Tod eines Bischofs in Kamerun gibt viele Rätsel auf: Wurde er ermordet oder hat er sich selbst getötet? Medien haben nun erste Ergebnisse der staatsanwaltlichen Untersuchungskommission veröffentlicht.

Kriminalität | Bonn/Jaunde - 06.06.2017

Der verstorbene Bischof von Bafia, Jean-Marie Benoît Balla, wurde wahrscheinlich ermordet. Dies berichten kamerunische Medien am Dienstag mit Bezug auf einen noch unveröffentlichten Autopsiebericht. Aufgrund eines angeblichen Abschiedsbriefs war zunächst über einen Selbstmord spekuliert worden. Der Generalstaatsanwalt der kamerunischen Hauptstadtregion Centre hatte am Freitag eine Morduntersuchung angeordnet, nachdem der Leichnam des Bischofs aus dem Fluss Sanaga geborgen wurde.

Nach Informationen der in der Hauptstadt Jaunde erscheinenden Zeitung L'Anecdote soll die medizinische Kommission, die im Auftrag des Staatsanwalts den Leichnam Ballas untersucht, deutliche Anzeichen eines gewaltsamen Todes gefunden haben. Der Kommission gehört auch ein von der kamerunischen Bischofskonferenz benannter Arzt an. Ballas Körper weise Spuren von Folter und Gewaltanwendung auf, es fehlten typische Merkmale eines Todes durch Ertrinken. Die Autopsie habe außerdem ergeben, dass die Leiche höchstens vier Stunden im Wasser gelegen haben konnte. Dies deckt sich mit den Berichten von Augenzeugen, nach denen nur wenige Stunden vor Auffinden des Leichnams ein Hubschrauber etwas nahe der Fundstelle im Fluss abgeworfen hätte. Balla wurde seit dem 31. Mai vermisst, sein lebloser Körper wurde am 2. Juni gefunden.

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Traurige Gewissheit: Der Bischof von Bafia, Jean-Marie Benoît Balla, ist tot. Fischer fanden seine Leiche in einem Fluss. Nun ermitteln die kamerunischen Behörden. Eine Obduktion soll Klarheit schaffen.

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Auch über die Motive des mutmaßlichen Mordes wird in der kamerunischen Presse spekuliert. Der Bischof soll wenige Tage vor seinem Verschwinden einen Brief an den Apostolischen Nuntius geschrieben haben, in dem er die Regierung mit dem ungeklärten Tod eines Priesters der Diözese in Verbindung gebracht haben soll.

Apostolischer Administrator ernannt

Unterdessen kündigte das Bistum einen Termin für die Beisetzung Ballas an. Der Trauergottesdienst für den verstorbenen Bischof ist für den 14. Juni geplant, am Tag darauf soll er beerdigt werden. Die Diözese Bafia wird nach Informationen des Fernsehsenders CrTV bis zur Bestellung eines neuen Bischofs von einem Apostolischen Administrator geleitet. Papst Franziskus habe am Dienstag den Bischof von Bafang, Abraham Kone, mit diesem Amt betraut.

Der 1959 geborene Balla war seit 2003 Bischof von Bafia, das ein Suffraganbistum der Erzdiözese Jaunde ist. Das Bistum Bafia liegt im Südwesten Kameruns und besteht aus 29 Pfarreien mit insgesamt gut 250.000 Katholiken, die etwa 55 Prozent der Gesamtbevölkerung auf dem Gebiet der Diözese ausmachen. 1968 wurde die vormalige apostolische Präfektur zum Bistum erhoben. (fxn)

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