Das letzte Mal

Gemeinsam mit einer gewaltigen Menschenmenge hat Papst Benedikt XVI. am Sonntagmittag sein letztes Angelus-Gebet gesprochen. Der Petersplatz und die anliegenden Straßen waren mit über Hunderttausend Menschen gefüllt, wie Vatikansprecher Federico Lombardi bestätigte.

Papst-Rücktritt | Vatikanstadt - 24.02.2013

Gemeinsam mit einer gewaltigen Menschenmenge hat Papst Benedikt XVI. am Sonntagmittag sein letztes Angelus-Gebet gesprochen. Der Petersplatz und die anliegenden Straßen waren mit über Hunderttausend Menschen gefüllt, wie Vatikansprecher Federico Lombardi bestätigte.

Die Menschen grüßten den Papst, der am Donnerstag um 20.00 Uhr vor seinem Amt zurücktritt, mit Sprechchören, Transparenten und Fahnen aus aller Welt und unterbrachen immer wieder mit Applaus seine Ansprache.

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Ludwig Ring-Eifel über den angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt XVI.
 Sarah Schortemeyer und Saskia Gamradt

Papst will Kirche weiter dienen

Auch nach seinem Amtsverzicht werde er der Kirche verbunden bleiben und ihr weiterhin dienen, sagte Benedikt XVI. in seiner letzten Sonntagsansprache als Papst. Sein Entschluss, sich nunmehr auf Gebet und Meditation zu konzentrieren, bedeute nicht, dass er sich von der Kirche zurückziehe - im Gegenteil: "Ich möchte ihr weiterhin mit derselben Hingabe und Liebe wie bisher dienen, aber auf eine meinem Alter und meinen Kräften angemessenere Weise", betonte der Heilige Vater.

Mit Blick auf das Tagesevangelium von der Verklärung Christi auf dem Berg Tabor sagte der Papst: "Das christliche Leben besteht darin, den Berg der Begegnung mit Gott immer wieder hinaufzusteigen, um dann, bereichert durch die Liebe und die Kraft, die sie uns schenkt, wieder hinabzusteigen und unseren Brüdern und Schwestern mit der gleichen Liebe Gottes zu dienen." Er selbst fühle sich jetzt von Gott in besonderer Weise angesprochen und gerufen, "auf den Berg zu steigen und sich noch mehr dem Gebet und der Meditation" zu widmen.

Fastenzeit als besondere Zeit des Gebets

Mit Nachdruck unterstrich Benedikt XVI. in seiner letzten Sonntagsansprache die zentrale Bedeutung des Gebets für das christliche Leben. Ohne dieses Gebet reduzierten sich die Werke der Nächstenliebe auf einen "Aktionismus". Gerade die Fastenzeit sei eine besondere Zeit des Gebets.

"Ich möchte der Kirche weiterhin mit derselben Hingabe und Liebe wie bisher dienen, aber auf eine meinem Alter und meinen Kräften angemessenere Weise".

Papst Benedikt XVI.

Auf Deutsch sagte der Papst: "Die Fastenzeit lädt uns neu ein, auf Christus zu hören. Und ihn bitten wir, uns mit seinem Wort zu nähren und die Augen unseres Geistes zu reinigen, damit wir fähig werden, ihn zu sehen, und in allen Traurigkeiten der Welt seine Herrlichkeit zu erkennen. So will der Herr uns umwandeln in das wirkliche Leben hinein, das nur er schenken kann, weil er selber es ist. Allen danke ich für die vielen Zeichen der Nähe und Zuneigung, vor allem für das Gebet, das ich in dieser Zeit besonders empfangen habe. Der Herr stärke uns alle mit seinem Wort und seiner Gnade."

Der Papst sagt Servus

Es ist ein historisches Ereignis: Am 11. Februar hat Benedikt XVI. angekündigt, zum 28. des Monats zurückzutreten. Katholisch.de dokumentiert die Rücktrittserklärung im Wortlaut und präsentiert weitere Informationen und Hintergründe.

Der Papst sagt Servus

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