Eine Aussöhnung mit sich selbst

Wer sich auf die Beziehung zu Gott besinnen will, sollte Exerzitien ausprobieren. Mit katholisch.de können Sie diese zu Hause machen: Wir haben dafür ein kurzes Dokument zum Download erstellt.

Glaube | Bonn - 02.01.2018

Um auf das vergangene Jahr zurückzublicken, eignet sich die Zeit "zwischen den Jahren" besonders gut: Nun ist der Weihnachtstrubel vorbei, viele haben frei und endlich mal ein bisschen Zeit zum Durchatmen. Was war im zu Ende gegangenen Jahr los? Was ist privat passiert, was war schön, was nicht?

Wer diesen Rückblick mit einer spirituellen Übung kombinieren möchte, der sollte die ignatianischen Exerzitien ausprobieren. Das ist eine geistliche Übung, die auf den Heiligen Ignatius von Loyola (1491-1556) zurückgeht. Mit ihr reflektiert man nicht nur die Beziehung zu sich und seinen Mitmenschen, sondern auch seine Beziehung zu Gott. In 30 Tagen liest man je einen Abschnitt in der Bibel und denkt, zusammen mit einem geistlichen Begleiter, darüber nach. Das leitet an, "Gottes Wort ins Herz fallen zu lassen". So drückt es Pfarrer Walter Koll aus, der selbst ausgebildeter Exerzitienbegleiter ist.

"Ignatius von Loyola hat aus seiner eigenen Glaubens- und Lebensgeschichte die Exerzitien sozusagen erfunden", erklärt Koll. "Seine Entdeckung war, dass Gott durch das Wort der Schrift mit jedem Menschen persönlich sprechen möchte, und dass jeder einen individuellen Zugang zu Gott haben kann. Das war revolutionär zu seiner Zeit." Kein Wunder, dass seine Veröffentlichung der "Exercitia Spiritualia" die Inquisition auf den Plan rief.

Pfarrer Walter Koll
Walter Koll ist Pfarrvikar in der Pfarrei St. Petrus in Bonn und Geistlicher Begleiter für die Pastoral- und Gemeindereferenten im Erzbistum Köln.
 katholisch.de

Nach seinem Tod blieb Loyolas Idee, den Weg auf individuelle Weise mit der heiligen Schrift zu gehen, lange Zeit unbeachtet. "Erst Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden die Exerzitien wiederentdeckt, und da auch erst für Ordensleute und Priester", erzählt Koll. Inzwischen seien diese geistlichen Übungen aber ebenso unter Gläubigen verbreitet – und fänden nach wie vor großen Anklang: "In den Exerzitien bekommt man die Chance, sich selbst zu erfahren", sagt der Pfarrvikar in der Pfarrei St. Petrus in Bonn, der auch Geistlicher Begleiter für die Pastoral- und Gemeindereferenten im Erzbistum Köln ist. "Man erfährt, wie es einem damit geht, Zeit für sich zu haben und mit Gott zu sein. Und ob es einem gelingt, sich von dem weitverbreiteten Leistungsgedanken zu verabschieden."

An die Exerzitien des heiligen Ignatius angelehnt hat Pfarrer Koll für katholisch.de eine kleine geistliche Übung zusammengestellt, die Sie zu Hause selbst ausprobieren können. Angelegt ist sie für 30 bis 60 Minuten an drei bis vier Tagen. Die Übungen sind von der Struktur her alle gleich: Sie beginnen und enden mit einem Gebet, dazwischen ist Zeit für Kontemplation. Die genaue Ausgestaltung können Sie selbst wählen.

Download: Ignatische Exerzitien kompakt

Katholisch.de zeigt Ihnen im Dokument "Ignatische Exerzitien kompakt", wie Sie im Laufe von drei oder vier Tagen Schritt für Schritt zur Aussöhnung mit sich selbst gelangen. Die spirituellen Übungen dauern jeweils 30 bis 60 Minuten.

Zum Download (PDF-Dokument)

Von Johanna Heckeley

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