"Einzigartige Botschaft"

Papst Benedikt XVI. hat am Donnerstag den italienischen Wallfahrtsort Loreto besucht. Vor dem Marienheiligtum feierte er am Vormittag mit rund 10.000 Menschen einen Gottesdienst unter freiem Himmel. Er rief die Gottesmutter Maria um ihren Beistand für das am kommenden Donnerstag startende "Jahr des Glaubens" und die Bischofssynode über die Neuevangelisierung an, die am Sonntag im Vatikan beginnt.

Wallfahrt | Loreto - 04.10.2012

Papst Benedikt XVI. hat am Donnerstag den italienischen Wallfahrtsort Loreto besucht. Vor dem Marienheiligtum feierte er am Vormittag mit rund 10.000 Menschen einen Gottesdienst unter freiem Himmel. Er rief die Gottesmutter Maria um ihren Beistand für das am kommenden Donnerstag startende "Jahr des Glaubens" und die Bischofssynode über die Neuevangelisierung an, die am Sonntag im Vatikan beginnt.

Offizieller Anlass der Reise ist der 50. Jahrestag des Loreto-Besuchs von Papst Johannes XXIII. (1958-1963). Dieser bat damals um Gottes Hilfe für das Gelingen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965).

Benedikt XVI. würdigte seinen Vorgänger Johannes XXIII. als einen "unvergesslischen Papst". 50 Jahre nach dessen Besuch sei auch er nun an diesen Ort gekommen, um Maria zwei "wichtige kirchliche Initiativen" anzuvertrauen: das "Jahr des Glaubens", sowie die Bischofssynode über die Neuevangelisierung.

Das "Heilige Haus" Mariens

Die "bescheidene Wohnstätte" der Heiligen Familie in Loreto sei ein "konkretes und greifbares Zeugnis des größten Ereignisses unser Geschichte", der Menschwerdung Gottes, sagte der Papst in seiner Predigt. Seine "einzigartige Botschaft" sei, dass es allen Menschen eine Heimstatt biete und zugleich allen Menschen ihre Pilger-Existenz in Erinnerung rufe.

Loreto zählt zu den meistbesuchten Pilgerstätten Italiens. In dem Ort in der mittelitalienischen Region Marken wird das "Heilige Haus" Mariens verehrt. Vermutlich wurde das Gebäude von einer Kaufmannsfamilie namens Angeli (Engel) dorthin gebracht.

Die gegenwärtige Krise betreffe nicht nur die Wirtschaft, sondern auch andere Bereiche der Gesellschaft, führte der Papst aus. Ohne Gott siege der menschliche Egoismus über Solidarität und Liebe. Mit Gott jedoch schwinde auch in schwierigen Krisenzeiten, der "Horizont der Hoffnung" nicht.

Privates Gebet

Vor dem Gottesdienst hatte sich der Papst zu einem privaten Gebet in das Marienheiligtum begeben. Nach einem Mittagessen im Zentrum "Johannes Paul II." im benachbarten Montorso fliegt er am Abend im Hubschrauber nach Rom zurück.

Johannes XXIII. war am 4. Oktober 1962 - eine Woche vor Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils - nach Loreto gereist, um die Gottesmutter Maria um ihren Beistand für das bevorstehende kirchliche Großereignis zu bitten. Es handelte sich damals um die erste Reise, die ein Papst seit der Einheit Italiens im Jahr 1861 außerhalb der Region Latium, dem Umland von Rom, unternahm. Benedikt XVI. besuchte Loreto als Papst bereits bei einem großen italienischen Jugendtreffen im September 2007.

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