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"Es waren gute Jahre"

Erzbischof Robert Zollitsch hat eine positive Bilanz seiner zu Ende gehenden Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz gezogen. "Bei allen Belastungen – es waren gute Jahre", sagte Zollitsch der "Welt am Sonntag". Der 75-Jährige, der bis September Erzbischof von Freiburg war und die Diözese seitdem als Apostolischer Administrator verwaltet, war 2008 an die Spitze der Bischofskonferenz gewählt worden. Sein Nachfolger soll Mitte März in Münster gewählt werden.

Bischofskonferenz | Bonn - 30.12.2013

Erzbischof Robert Zollitsch hat eine positive Bilanz seiner zu Ende gehenden Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz gezogen. "Bei allen Belastungen – es waren gute Jahre", sagte Zollitsch der "Welt am Sonntag". Der 75-Jährige, der bis September Erzbischof von Freiburg war und die Diözese seitdem als Apostolischer Administrator verwaltet, war 2008 an die Spitze der Bischofskonferenz gewählt worden. Sein Nachfolger soll Mitte März in Münster gewählt werden.

"Ich glaube sagen zu können, dass ich mich den Aufgaben so gut wie möglich gestellt habe", betonte Zollitsch, der in diesem Zusammenhang vor allem auf den Umgang mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche verwies: "Beim Thema Missbrauch haben wir eine neue Präventionsordnung und Leitlinien formuliert, die erfolgreiche Telefonhotline nenne ich und die materielle Anerkennung erlittenen Leids. Wir sind gut mit der ganzen Aufarbeitung vorangegangen, wo andere noch manches aufzuholen hätten."

Debatte um wiederverheiratete Geschiedene

Mit Blick auf den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen wiedersprach Zollitsch in dem Interview erneut Erzbischof Gerhard Ludwig Müller. Der Präfekt der Glaubenskongregation habe in dieser Frage eine Position, die der Tradition entspreche, so Zollitsch. "Aber der bei Weitem überwiegende Teil der Menschen, die sich gemeldet haben, hat sich positiv zum Entwurf unseres Seelsorgeamtes geäußert. Daran sehe ich, dass wir hier ein wichtiges Anliegen verfolgen und dass es wichtig ist, einen gangbaren Weg zu suchen."

Das Freiburger Seelsorgeamt hatte im Oktober eine Handreichung veröffentlicht , nach der wiederverheiratete Geschiedene in Ausnahmefällen zur Kommunion, also zum Empfang der Eucharistie, zugelassen werden sollten. Daraufhin entbrannte eine innerkirchliche Kontroverse über den künftigen Umgang mit dieser Personengruppe. Erzbischof Müller betonte im Zuge der Debatte, dass das Freiburger Papier gegen die Lehre der Kirche verstoße. Der Entwurf sei deshalb "zurückzunehmen und zu überarbeiten".

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Erzbischof Robert Zollitsch im Weihnachts-Interview
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Dankbar für Entscheidung des Papstes

Zollitsch wiederum sagte der "Welt am Sonntag" nun, er fühle sich von Papst Franziskus sehr bestärkt, der für Herbst kommenden Jahres eine eigene Sondersynode zu Ehe und Familie einberufen hat. "Wir werden das, was bei uns in Freiburg erarbeitet worden ist, dort einbringen", kündigte der Erzbischof an.

Mit Blick auf seine eigene Person zeigte sich Zollitsch dankbar dafür, die Bischofskonferenz und das Erzbistum Freiburg auch nach seinem Rücktritt vom Amt des Erzbischofs im September noch einige Monate leiten zu dürfen. Die Entscheidung des Papstes, ihn zum Apostolischen Administrator zu ernennen, gebe ihm die Möglichkeit, "um einige Dinge zu Ende zu führen". Für seinen Ruhestand erhofft sich Zollitsch dann jedoch mehr Muße und weniger Termindruck. "Ich hoffe, dass ich dann nicht mehr jeden Morgen um halb acht im Büro sein muss, dass sich der Tagesablauf leichter gestaltet", sagte der Erzbischof. Unter anderem wolle er sich dann wieder stärker körperlich betätigen und mehr lesen. (stz)

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