Feste feiern

Fastnacht oder Karneval?

Warum feiern wir überhaupt Karneval?

- 07.01.2015

Karneval, Fasching, Fastnacht oder Fasnet: Das kunterbunte Treiben in der kalten Jahreszeit hat viele Namen. In vielen Städten und Dörfen in Deutschland wird gefeiert. Mal mit Pappnasen, Konfetti und Schunkelmusik, mal mit gruseligen Maskenmännern und lauten Schellen. Warum feiern wir Karneval und was hat das Ganze mit dem katholischen Glauben zu tun?

Egal, ob es bei euch Karneval, Fastnacht oder Fasching heißt. Alle drei Begriffe bedeuten, dass die Menschen nochmal richtig feiern wollen, bevor die Fastenzeit beginnt. Das Wort "Karneval" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Carne vale", also "Fleisch - lebe wohl" und gibt schon einen guten Hinweis darauf, worum es eigentlich geht.

Denn in der Fastenzeit aßen die Menschen früher 40 Tage lang kein Fleisch, keine Eier und keine Milchprodukte. Auch heute verzichten viele in der Fastenzeit auf liebgewonnene Gewohntheiten, zum Beispiel auf Süßigkeiten, Fernsehen, Playstation spielen... Das fällt leichter, wenn man vorher nochmal richtig auf den Putz hauen darf.

Karneval beginnt am Dreikönigstag

Die Karnevalszeit beginnt eigentlich nicht erst im Februar, sondern schon am 6. Januar - dem Tag der Heiligen Drei Könige. Dieser Starttag geht auf das alte Bohnenfest zurück. Am Abend vor dem Dreikönigsfest aßen die Menschen den so genannten Königskuchen. Wer eine Bohne darin fand, wurde zum Bohnenkönig gekrönt und musste einen Maskenball ausrichten.

Zwei Narren mit Holzmasken und bunten Fransenkostümen. Im Hintergrund Hexen.
Hexen und Hansele bei der alemannischen Fasnet.  rsester/katholisch.de

Auch heute finden im Januar schon viele Karnevalspartys und -sitzungen statt. Höhepunkt ist aber der Straßenkarneval. Er beginnt an einem Donnerstag mit der Weiberfastnacht und endet am Fastnachtsdienstag, auch Veilchendienstag genannt. In diesen Tagen gibt es in den Karnevalshochburgen lange Umzüge mit bunten Fußgruppen und prächtigen Wagen. Auf den Plätzen singen und tanzen die Menschen in wildesten Kostümen und auch in den Schulen und Kindergärten finden Karnevalsfeiern statt und die Kinder kommen verkleidet.

Es gibt ein Karnevalslied, das heißt "Am Aschermittwoch ist alles vorbei" . Und so ist es dann auch. Fastnachtsdienstag ist der letzte Tag des Straßenkarnevals, dann beginnt mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit. In den darauffolgenden Wochen sollen sich die Menschen auf Ostern und die Auferstehung Jesu vorbereiten, fasten, ernster werden, sich besinnen und Gutes tun.

Geister statt Clowns

Es gibt noch einen anderen Grund, warum wir heute Karneval feiern. Der hat nichts mit dem katholischen Glauben zu tun, sondern mit den Frühlingsfesten in früheren Zeiten. Schon lange vor der Geburt Jesu, verkleideten sich die Menschen am Ende des Winters als Geister und Dämonen. In einem großen Spektakel wurden sie dann symbolisch aus den Städten und Dörfern vertrieben. Schellen und Trommeln sollten dabei die Frühlingsgeister wecken.

Auch heute noch gibt es viele Städte im Süden Deutschlands, in denen die Fastnacht - oder Fasnet, wie es dort heißt - auf diese Weise gefeiert wird. Schaurige Gesellen ziehen lautstark durch die Straßen. Ihre Masken werden kunstvoll aus Holz geschnitzt und bemalt und auch die Kostüme sind sehr aufwendig und schön, so dass sie jedes Jahr wieder angezogen werden.

Von Janina Mogendorf

Karneval im November

Wer an Sankt Martin schon mal in Köln war, wird vielleicht verwirrt um sich geblickt und sich gefragt haben: "Ja, ist denn schon wieder Karneval?!" In der Tat feiert man im Rheinland auch am Martingstag, dem 11.11 ab 11 Uhr 11 Karneval. Warum gerade am 11.11.? In früheren Zeiten fing am Tag nach Sankt Martin die zweite Fastenzeit des Jahres an, nämlich die vorweihnachtliche Fastenzeit. Die ist heute mit all den Plätzchen und anderen Leckereien vor Weihnachten in Vergessenheit geraten, wurde aber damals genauso begangen wie die Fastenzeit vor Ostern. Außerdem steht die Zahl 11 seit dem Mittelalter für Jux und Narretei. Daher gibt es am 11. November einen kleinen Vorgeschmack auf das, was in den Karnevalstagen im Februar kommen wird.

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