Sein Nachfolger auf dem Mainzer Bischofsstuhl, Kardinal Karl Lehmann (77), spricht Volk eine "beeindruckende Menschlichkeit" zu. Und er bescheinigt seinem Vorgänger: "Was er sagte, war immer auch von seiner eigenen gläubigen Erfahrung geprägt. Dies hat ihm eine besonders hohe Glaubwürdigkeit eingebracht." Volk, so Lehmann, stelle eine "besonders reine Gestalt des Bischofs in der Einheit seines spirituellen, theologischen und pastoralen Auftrags" dar.
Volk, Sohn des Sattlermeisters Franz Volk und seiner Frau Catharina Josepha, wird 1927 in Mainz zum Priester geweiht. Er studiert - unter anderem in Mainz - Philosophie und Theologie und befasst sich in seinen beiden Dissertationen wie auch in seiner Habilitationsschrift mit Fragestellungen der evangelischen Theologen Karl Barth beziehungsweise Emil Brunner. Bevor er Bischof von Mainz wird, lehrt er in Münster 16 Jahre lang Dogmatik und Dogmengeschichte.
Ein großer Freund des Papstes
Kaum ist Volk in Mainz, steht das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) an. Der Bischof nimmt nicht unerheblichen Einfluss auf die Inhalte mehrerer Dokumente des Konzils, wird 1973 in Würdigung seines Einsatzes für die Erneuerung der Kirche von Papst Paul VI. zum Kardinal erhoben. Nach Konrad von Wittelsbach im 12. Jahrhundert und Albrecht von Brandenburg im 16. Jahrhundert ist Volk der dritte Kardinal auf dem Mainzer Bischofsstuhl.
Vor 30 Jahren: Karl Lehmann wird Bischof von Mainz
Predigt von Kardinal Volk anlässlich der Bischofsweihe von Karl Lehmann im Jahr 1983
Ulrich Fischer1978 nimmt er nach dem Tod von Papst Paul VI. an zwei Papstwahlen teil. Aus der ersten geht Johannes Paul I. als Papst hervor, der aber bereits wenig später stirbt, aus der zweiten Johannes Paul II., der Papst aus Polen. Für ihn ist Volk, der im Ruf eines Vorreiters deutsch-polnischer Aussöhnung steht, ein "großer Freund".
In der Deutschen Bischofskonferenz ist der Mainzer Bischof zunächst Vorsitzender der Liturgie-, später der Glaubenskommission. Er arbeitet in verschiedenen römischen Kongregationen mit, macht sich verdient um das Zustandekommen des heutigen Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen. Mehr als 40 Jahre gehört Volk dem Ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen an, war zuletzt dessen Vorsitzender von katholischer Seite. Bis heute ist sein Nachfolger in dieser Funktion Kardinal Lehmann.
Volk hatte, damals bereits Bischof von Mainz, den jungen Theologieprofessor Lehmann einst in den Arbeitskreis eingeführt. Überhaupt hatten der Professor und der Bischof recht viel miteinander zu tun, waren einander eng verbunden. So ist denn auch später Lehmann Volks Wunschkandidat für seine Nachfolge als Bischof von Mainz. Lehmanns Wahl durch das Mainzer Domkapitel begrüßte Volk mit "uneingeschränkter Freude".
Von Peter de Groot (KNA)