Kardinal Meisner im Kölner Dom beigesetzt

Kardinal Joachim Meisner ist im Kölner Dom beigesetzt worden. Beim Requiem zeigte sich, dass Meisner hohes Ansehen in der Kirche genoß, denn aus dem Vatikan wurden gleich zwei Würdigungen verlesen.

Trauer | Köln - 15.07.2017

Kardinal Joachim Meisner ist beerdigt worden. Der frühere Kölner Erzbischof wurde am Samstagmittag in der Bischofsgruft des Kölner Doms beigesetzt. Das Requiem in der überfüllten Kathedrale leitete Meisners Nachfolger als Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki. Zunächst wurde der schlichte Eichensarg mit Meisners Leichnam in einer Prozession in die Kathedrale überführt. Der Trauerzug setzte sich gegen 9.15 Uhr an der Kölner Kirche St. Gereon in Bewegung, wo Meisner mehrere Tage aufgebahrt war. Direkt vor dem Sarg ging der derzeitige Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki. Der Leichenwagen wurde von den Malteser- und Grabesrittern begleitet. Auch Vertreter der Familiaren des Deutschen Ordens und Abordnungen zahlreicher Studentenverbindungen nahmen an den Trauerfeierlichkeiten teil.

Papst Franziskus würdigte Kardinal Meisner

Das Requiem in der Kölner Kathedrale begann im Anschluss an die Prozession um 10.15 Uhr. In einer kurzen Botschaft würdigte Papst Franziskus "den unerschrockenen Einsatz" des verstorbenen Kardinals für Glauben und Kirche. Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, verlas die Zeilen des Papstes zu Beginn des Requiems. Franziskus wies darauf hin, dass sich Meisner für die Kirche in Ost und West gleichermaßen eingesetzt habe.

Die Predigt hielt der langjährige Freund Meisners, Kardinal Peter Erdö aus Esztergom-Budapest. Er hob die Verdienste des verstorbenen Kardinals Joachim Meisner für die Weltkirche hervor. Er sagte, Meisner habe als Berliner und Kölner Erzbischof sowie als Vorsitzender des katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis einen kaum zu überschätzenden Beitrag für die Wiedervereinigung Deutschlands und das Zusammenwachsen von Ost und West geleistet.

Kardinal Joachim Meisner wurde am 15. Juli 2017 in der Bischofsgruft des Kölner Doms beigesetzt. Auf Meisners Sarg befinden sich mehrere persönliche Gegenstände, die sein Leben als Priester und Bischof symbolisieren.
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Erdö, der Primas der katholischen Kirche von Ungarn ist und ein langjähriger Freund Meisners war, bezeichnete den verstorbenen Kardinal als einen leidenschaftlichen Kämpfer für die Wahrheit des Glaubens und als einen "dynamischen" Hirten, der sich stark für Arme und Bedürftige eingesetzt habe. In diesem Sinne habe er einen sehr ähnlichen Ansatz verfolgt wie Papst Franziskus.

Erzbischof Gänswein verlas Botschaft von Benedikt XVI.

Weitere Konzelebranten waren unter anderen der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

Nach der Eucharistiefeier verlas Kurienerzbischof Georg Gänswein, der Privatsekretär von Benedikt XVI., eine eigene Botschaft des früheren Kirchenoberhaupts. Mit dieser ungewöhnlichen Geste verabschiedete sich der emeritierte Papst vom verstorbenen Kardinal. Benedikt XVI. habe sie auf Wunsch von Kardinal Rainer Maria Woelki geschrieben, so Gänswein.

Kardinal Peter Erdö ist der Primas von Ungarn und war ein Weggefährte von Kardinal Meisner.
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In seiner Botschaft bezeichnete Benedikt XVI. Meisner als Beispiel für einen überzeugenden Hirten, wie sie die Kirche brauche, um der Diktatur des Zeitgeistes zu widerstehen. Meisner habe zuletzt zu gelöster Heiterkeit und Zuversicht gefunden, schreibt der emeritierte Papst unter Berufung auf ein Telefonat mit dem Kölner Alterzbischof kurz vor dessen Tod. Meisner habe sich gefreut, dass auch bei jungen Menschen die Bereitschaft zu eucharistischer Anbetung und die Beichtpraxis wieder wüchsen.

Auch der emeritierte Papst würdigte die Liebe des gebürtigen Schlesiers Meisner zu den europäischen Nachbarländern im Osten Europas. Meisner sei sehr dankbar für die Standhaftigkeit der dortigen Christen während der kommunistischen Diktatur gewesen. Gänswein verlas die Worte Benedikts XVI. mit großer Rührung.

Kardinal Meisner gegenüber von Kardinal Frings beigesetzt

Nach dem Gottesdienst wurde der Sarg in der Bischofsgruft beigesetzt. Meisners letzte Ruhestätte befindet gegenüber der Grablege des populären Kardinals Josef Frings (1887-1978). Nach der Beisetzung erinnerte Kardinal Woelki an den Ausspruch Meisners beim einzigen Katholikentreffen der DDR vor 30 Jahren in Dresden: "Wir wollen keinem anderen Stern folgen als dem von Betlehem." Woelki spielte mit seinen Worten darauf an, dass Meisner, der stets den Glauben verteidigt habe, nun im Kölner Dom bei den Gebeinen der Heiligen Drei Könige seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

Kardinal Rainer Maria Woelki kurz vor der Beisetzung von Kardinal Meisner.
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An den Trauerfeierlichkeiten nahmen mehr als 30 Bischöfe und Weihbischöfe, acht Erzbischöfe und sechs Kardinäle teil, darunter aus Rom der kürzlich emeritierte Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Unter den politischen Gästen war der neue Ministerpräsident des Landes NRW, Armin Laschet (CDU), der ranghöchste Repräsentant.

Meisner war am 5. Juli im Alter von 83 Jahren während eines Urlaubs in Bad Füssing gestorben. Der Kardinal stand von 1989 bis 2014 an der Spitze des Erzbistums Köln und war zuvor Bischof in Berlin und Erfurt. (rom/KNA)

15.07.2017, 13.15 Uhr: ergänzt um die Teilnehmer der Trauerfeierlichkeiten und Aussagen Kardinal Woelkis. /rom

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