Nach Kinderporno-Skandal: Papst berät mit Nuntius

Nach Hinweisen der US-Justiz ermittelt der Vatikan gegen einen Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Kinderpornografie. Nun lud der Papst den Vorgesetzten des Mannes zu einem Krisengespräch.

USA | Vatikanstadt - 02.10.2017

Papst Franziskus hat seinen Botschafter in den Vereinigten Staaten, Erzbischof Christophe Pierre, zu einem Gespräch in den Vatikan gerufen. Das päpstliche Presseamt gab den Termin am Montag ohne weitere Einzelheiten bekannt. Vergangene Woche hatte die kanadische Justiz Haftbefehl gegen einen ranghohen Mitarbeiter der Nuntiatur in Washington wegen Verbreitung von Kinderpornografie erlassen. Der beschuldigte Geistliche hält sich inzwischen im Vatikanstaat auf. 

Die Ermittler im kanadischen Bundesstaat Ontario werfen dem Kirchendiplomaten vor, während eines Aufenthalts an Weihnachten 2016 kinderpornographisches Material über einen kirchlichen Rechner heruntergeladen und weiterverbreitet zu haben. Das kanadische Bistum London bestätigte, es gebe einen entsprechenden Verdacht.

Auch Vatikan ermittelt gegen Mitarbeiter

Der Vatikan hatte am 15. September mitgeteilt, man habe nach einem Hinweis des US-Außenministeriums strafrechtliche Ermittlungen gegen einen diplomatischen Mitarbeiter aufgenommen. Der Mann, ein 50-jähriger Italiener, wohnt nach Medieninformationen inzwischen am Sitz des Vatikangerichts, ist aber nicht inhaftiert. Das vatikanische Strafrecht sieht für die Verbreitung von Kinderpornografie zwischen einem und fünf Jahren Haft und eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro vor. (KNA)

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