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NS-Opfer Mayr-Nusser seliggesprochen

Er sollte zum Dienst bei der Waffen-SS eingezogen werden, aber Josef Mayr-Nusser weigerte sich und wurde zum Tode verurteilt. Nun wurde der Südtiroler seliggesprochen.

Selige | Bozen - 19.03.2017

Der wegen seines Widerstands gegen den Nationalsozialismus zum Tode verurteilte Südtiroler Josef Mayr-Nusser (1910-1945) ist in Bozen zum Seligen der katholischen Kirche erklärt worden. Der Präfekt der römischen Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato, würdigte ihn bei einem Festgottesdienst am Samstag im Bozener Dom als "Märtyrer des Glaubens in der dunklen Zeit der Nazi-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs".

Er sollte an der Waffe dienen

Der aus Bozen stammende Mayr-Nusser war nach dem deutschen Einmarsch 1944 zum Dienst bei der Waffen-SS eingezogen worden. Wegen seiner Weigerung, den SS-Eid abzulegen, wurde er zum Tod verurteilt. Auf dem Weg ins Konzentrationslager Dachau starb er am 24. Februar 1945 an den Folgen der Misshandlungen und der Entkräftung während seiner Haft.

Nach einem rund elfjährigen kirchenamtlichen Verfahren hatte Papst Franziskus im Juli 2016 Mayr-Nusser als Märtyrer anerkannt. Am Gottesdienst zur Seligsprechung im Dom von Bozen nahmen neben Kardinal Amato als dem Gesandten des Papstes auch Diözesanbischof Ivo Muser und zahlreiche weitere Bischöfe und Priester teil. Der Gedenktag für Mayr-Nusser soll künftig der 3. Oktober sein, der Jahrestag seiner Eidesverweigerung.

Papst Franziskus hat Mayr-Nusser am Sonntag als Widerstandskämpfer aus christlichem Geist gewürdigt. Mit seinem "hohen moralischen und geistlichen Format" sei der Südtiroler ein Vorbild für katholische Laien und besonders für Familienväter, sagte der Papst beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. (KNA)

19.03.2017, 14:01 Uhr: Ergänzt um die Würdigung durch Papst Franziskus. /jhe

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