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Zeitung: 2016 mehr als 3.500 Angriffe auf Flüchtlinge

Laut einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hat es im vergangenen Jahr in Deutschland 3.533 Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte gegeben.

Kriminalität | Berlin - 26.02.2017

Im vergangenen Jahr hat es nach einem Zeitungsbericht in Deutschland 3.533 Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Zudem wurden 217 Attacken gegen Hilfsorganisationen oder freiwillige Asyl-Helfer registriert, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Sonntag berichten. Sie berufen sich auf die Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Parlamentsanfrage der Linksfraktion. Bei den Angriffen wurden demnach 560 Menschen verletzt, darunter 43 Kinder. Die Zahlen sind vorläufig und können sich noch ändern.

Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, verurteilte gegenüber der Funke-Mediengruppe die Gewalt gegen Flüchtlinge. "Rechnet man die Zahlen dieser rassistischen Alltagsgewalt zusammen, dann kommt man auf über 3.500 Fälle von An- und Übergriffen im Zusammenhang mit geflüchteten Menschen in Deutschland - das sind nahezu zehn Taten am Tag", sagte Jelpke, die die Anfrage gestellt hatte. "Muss es erst Tote geben, bevor die rechten Gewalttaten als ein zentrales Problem der inneren Sicherheit eingestuft werden und ganz oben auf der Agenda der Innenpolitik stehen?"

Die Innenexpertin forderte, dass "wenigstens die Bundesregierung damit aufhört, durch immer neue Gesetzesverschärfungen im Asylbereich weiter den Eindruck zu erwecken, Flüchtlinge seien eine Bedrohung". Das Gegenteil sei der Fall, sagte Jelpke. "Nazis bedrohen Flüchtlinge und damit auch unsere Demokratie." Auch die Bundesregierung verurteilt in dem Papier die Gewalt gegen Flüchtlinge "aufs Schärfste". Unter anderem heißt es: "Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind und in Deutschland Schutz suchen, können zu Recht erwarten, dass sie sicher untergebracht sind." (stz/dpa)

Das Titelbild zeigt ein geplantes Flüchtlingsheim im baden-württembergischen Remchingen. Bei dem Feuer wurde 2015 ein Gebäude stark beschädigt, das im folgenden Jahr für Asylbewerber genutzt werden sollte. Der verurteilte Brandstifter gab an, nicht aus fremdenfeindlichen Motiven gehandelt zu haben. (fxn)

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