Teilnehmer der Synode / Synodale im Gespräch. Eine Diözesansynode ist eine Versammlung von Klerikern und Laien eines katholischen Bistums, die den Bischof im Hinblick auf von ihm vorgelegte Themen berät.
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Im Bistum Trier hat die Diözesansynode begonnen

"Auch mal 'spinnen' dürfen"

Die Synode hat ein Logo: Es zeigt in abstrakter Form drei Kreuze. Sie hat, unter www.synode.bistum-trier.de , ihren eigenen Internetauftritt und unter #syntr einen eigenen Twitter-Hashtag. Und ein Synodengebet gibt es auch. «Herr Jesus Christus, Heiland und Erlöser», heißt es da, "lass die Synode eine Versammlung des offenen Wortes und des geschwisterlichen Miteinanders sein."

Trier - 14.12.2013

Am Freitagnachmittag hat sie nun in der vormaligen Trierer Abteikirche Sankt Maximin mit einer ersten Vollversammlung ihrer 280 Teilnehmer begonnen: die Diözesansynode des Bistums Trier. Für die katholische Kirche in Deutschland ein besonderes Ereignis, liegt die letzte Versammlung dieser Art doch 23 Jahre zurück, in Trier gar 57 Jahre.

Gemäß dem katholischen Kirchenrecht ist eine Diözesansynode die von einem Diözesanbischof - im Falle Trier ist das Stephan Ackermann (50) - einberufene, in der Regel von ihm präsidierte und ihn beratende Versammlung von Klerikern und Laien eines Bistums.

In der Trierer Synode sind mehr katholische Laien als Priester und Diakone; 39 Prozent der Synodalen sind Frauen. Die Mitglieder der Synode gehören ihr entweder von Amts wegen an - so etwa neben dem Bischof die Weihbischöfe und der Generalvikar -, oder nehmen durch Wahl oder durch Berufung seitens des Bischofs daran teil.

Eigene Vorstellungen, gemeinsames Beraten

Er wünsche sich, "auch mal querdenken oder 'spinnen' zu dürfen, um dann vielleicht neue Wege für unsere Kirche erkennen zu können", sagt der Synodale Markus Demmer (42). Zugleich betont der Geschäftsführer eines im Saarland ansässigen Unternehmens, dass man als Mitglied der Synode eine "große Verantwortung" habe.

Die vom Bischof als Vertreterin ihrer Berufsgruppe in die Synode berufene Pastoralreferentin Martina Paulus (50) erwartet von der Versammlung, "dass sie sich konstruktiv mit den derzeitigen gesellschaftlichen Bedingungen auseinandersetzt und daraufhin neue Wege der Pastoral entwickelt", von denen die Menschen wirklich angesprochen würden.

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279 Synodale kamen am Freitag, 13. Dezember 2013, zum Auftakt der Diözesansynode in Trier zusammen - mit unterschiedlichen Erwartungen.

Olav Harig (47), Dechant des Dekanats Neunkirchen, möchte als Synodaler "mit zeichnen" an einer "Vision der Kirche von morgen" und wünscht sich die Synode als eine "geschwisterliche Zusammenkunft des Volkes Gottes, herzlich, begeisternd, wohlwollend und immer die Meinung des anderen zu retten versuchend".

Als "Berater des Bischofs vor allem mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit" versteht sich der Synodale Oliver Buchholz (21). Dem Studenten der Katholischen Theologie geht es "weniger um das 'Durchdrücken' eigener Vorstellungen", sondern "um das gemeinsame Beraten".

Zwischen 19 und 83 Jahren

Mit 19 Jahren jüngstes Mitglied der Synode ist Carolin Müller, die zur Schönstattbewegung gehört. Sie hofft mit Blick auf die Synode, "dass Christus immer im Mittelpunkt all unserer Fragen steht". Die Synode, sagt sie, "soll sich mit der Freude des Evangeliums befassen". Und das mit 83 Jahren älteste Mitglied der Synode, Monsignore Günther Becker, wünscht sich, "dass am Ende steht, dass die Gemeinde nicht als Objekt der Seelsorge, sondern als Subjekt begriffen wird". Die Gemeinde lebe Kirche, und alle, vom Priester angefangen, müssten der Gemeinde dienen, sagt Becker, der Dekan der Region Rhein-Hunsrück-Nahe war.

Bei ihrer ersten Vollversammlung sollen sich die Synodalen vor allem erst einmal kennenlernen. Für Bischof Ackermann ein keineswegs triviales Unterfangen. Denn: Die Synode dürfe keine Ansammlung von Individualisten oder Teilgruppen sein, so Ackermann. Käme es so, gehe die Synode "schief". Vielmehr müsse die Synode ein "Wir" sein, ein "Subjekt", das gemeinsam Verantwortung für das Bistum trage. Bis zu der für den 30. April bis 3. Mai anberaumten zweiten Vollversammlung sollen die konkreten Themen stehen, mit denen sie sich befassen wird.

Schon vor dem Gottesdienst, der am Samstag die erste Vollversammlung abschließen wird, steht für den Bischof aber fest: "Wir schreiben Geschichte, so oder so."

Von Peter de Groot (KNA)

Live aus Trier:

Am heutigen Samstag, 14. Dezember, überträgt katholisch.de den Synoden-Gottesdienst aus St. Maximin. Beginn ist um 18 Uhr. Zu sehen ist er im Livestream.