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Ulrich von Augsburg
Nach 49-jähriger Amtszeit wollte der entkräftete Ulrich von Augsburg (890-973) nur eines: zurücktreten. Ulrich (im Bild links neben der hl. Afra und dem hl. Simpertus) entstammte dem Adelsgeschlecht der Hupaldinger, wurde früh für den geistlichen Stand bestimmt und erhielt seine Ausbildung in der renommierten Abtei St. Gallen. Mit 33 Jahren bestieg er den Augsburger Bischofsstuhl. 952 brach der Liudolfinische Aufstand aus, in welchem ganz Schwaben, Franken und Bayern vom König abfielen. Ulrich blieb seinem Vertrauten Otto I. treu und konnte schließlich einen Waffenstillstand vermitteln. Kurz darauf belagerten die plündernden Ungarn die Stadt, doch die von Ulrich errichteten Mauern hielten stand. Hoch zu Ross, aber unbewaffnet, befehligte der Bischof so lange die Verteidiger, bis der herbeigeeilte König die Angreifer vernichtend schlug und so den Raubzügen ein Ende setzte. In Friedenszeiten betrieb er selbstbewusst Kirchenpolitik, förderte den Wiederaufbau und gründete Klöster. Gleichzeitig legte er Wert auf die Seelsorge: Ulrich kümmerte sich um Arme und Kranke, hielt Diözesanversammlungen ab und besuchte seine Pfarreien. Dass er dabei selbst arm und enthaltsam lebte, steigerte sein Ansehen beim Volk weiter. Sein Rücktrittsgesuch wurde übrigens durch die Synode von Ingelheim abgelehnt: Ulrich blieb bis zu seinem Tod am 4. Juli 973 Bischof von Augsburg.
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