Kalenderblatt

Mariam Baouardy

"Die kleine Araberin" wird Mariam Baouardy (1846-1878) oft genannt. Das klingt lieblich, märchenhaft und auch ein wenig exotisch. Tatsächlich war das kurze Leben dieser palästinensischen Heiligen vor allem von Verlust, Heimatlosigkeit und Schmerz geprägt. Mariams Familie gehörte der melkitischen Kirche, einer katholischen Ostkirche, an. Nachdem Mariams Eltern ihre ersten zwölf Kinder allesamt im Säuglingsalter verloren hatten, unternahmen sie eine Wallfahrt nach Bethlehem (heutiges palästinensisches Westjordanland), um dort die Gottesmutter um ein Kind zu bitten. Als daraufhin am 5. Januar 1846 in ihrem Dorf Abellin nahe der Stadt Nazareth (heutiges Israel) ihre Tochter zur Welt kam, wurde sie nach der Jungfrau Maria benannt. Bereits als Zweijährige verlor Mariam ihre Eltern und kam zu ihrem Onkel, der bald darauf mit ihr nach Alexandrien (heutiges Ägypten) zog. Dort wurde Mariam gut behandelt – bis sie sich mit 13 Jahren gegen eine arrangierte Ehe wehrte. Nach vielen Schlägen verließ sie ihren Onkel und zog als Hausmädchen umher. Mit 18 Jahren erhielt Mariam das Angebot, für eine syrische Familie im französischen Marseille zu arbeiten. Dort lernte sie die Schwestern des heiligen Joseph von der Erscheinung kennen und trat der Gemeinschaft bei – nur um nach dem Noviziat abgewiesen zu werden. Die Schwestern trauten ihren mystischen Visionen nicht und verwiesen sie an die Karmelitinnen. Dort wurde Mariam 1867 eingekleidet und erhielt den Ordensnamen Maria vom gekreuzigten Jesus. Drei Jahre später zog sie mit einigen Mitschwestern nach Mangaluru (heutiges Indien). Doch auch dort eckte Schwester Mariam mit ihrer Mystik an: Der lokale Bischof hielt nichts von ihren Stigmata und 1870 kehrte sie nach Frankreich zurück. Von dort aus setzte sich Schwester Mariam für Karmelgründungen im Heiligen Land ein. Als einzige arabischsprechende Karmelitin leitete sie die Bauarbeiten in Bethlehem bis zur Fertigstellung 1875. Schwester Mariam plante bereits eine weitere Gründung in Nazareth, dessen Eröffnung sie jedoch nicht mehr erleben sollte: Sie starb entkräftet mit nur 32 Jahren am 26. August 1878 in Bethlehem. Papst Franziskus sprach sie 2015 heilig. Ihr Gedenktag ist der 25. August. 

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