Die Würzburger Synode: 50 Jahre her – und noch immer aktuell?
Aufgekreuzt - 13.04.2026 (00:26:05)

Die Würzburger Synode: 50 Jahre her – und noch immer aktuell?

Synodalität – dieser Begriff ist in der Kirche gerade in aller Munde. Aber nicht nur gegenwärtig wird über Synodalität gesprochen – vor rund 50 Jahren kam die Kirche in Westdeutschland zu einer Synode in Würzburg zusammen. Welche der Themen auch heute noch aktuell sind, bespricht Host Christoph Brüwer mit Kirchenhistoriker Stephan Knops.
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Markus

Markus

Dass das älteste Evangelium ursprünglich anonym überliefert wurde, störte lange niemanden. Erst als die Christen anfingen, verschiedene schriftliche Jesusgeschichten zu sammeln, brauchte es eine Überschrift zur Unterscheidung. Wohl zu Beginn des 2. Jahrhunderts erhielt der Text den Titel "Evangelium nach Markus". Nur wer soll dieser Markus gewesen sein? Die Alte Kirche suchte und wurde im Paulus-Mitarbeiter Johannes Markus fündig (vgl. Apg 12,12), einem Cousin des Barnabas (vgl. Kol 4,10). Damit identifizierte die frühchristliche Tradition den Evangelisten als christgläubigen Juden aus dem Heiligen Land. Heute geht die Forschung davon aus, dass der Markus genannte Autor ein bekehrter Heide war. Wahrscheinlich lebte er in Rom und wurde dort Zeuge des kaiserlichen Triumphzugs nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70. Kurz darauf verfasst er sein Evangelium und positioniert sich darin klar gegen die römische Mehrheitsmeinung: Nicht der brutale und sich selbst darstellende Kaiser, sondern Jesus von Nazareth ist der wahre Herr. Im Reich Gottes zählen nicht Macht, Rang und Ansehen, sondern der Dienst. Das müssen auch die Jünger Jesu lernen, die im Markusevangelium auffällig häufig zurechtgewiesen werden. Seit dem 4. Jahrhundert berichten altchristliche Quellen vom Märtyrertod des Markus in Alexandria an einem 25. April. Die dort ansässige koptische Kirche verehrt den Evangelisten bis heute als ihren ersten Papst. 

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