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Heinrich und Kunigunde
Jede Stadt hat ihre ganz eigenen Helden. In Bamberg ist es gleich ein Kaiserpaar: Heinrich II. (um 973-1024) und Kunigunde (um 980-1033). Heinrich entstammte einer bayerischen Nebenlinie der Ottonen und musste viele Widerstände überwinden, bis ihn Papst Benedikt VIII. 1014 in Rom zum Kaiser krönte. Anders als frühere römisch-deutsche Königinnen wurde Kunigunde ebenfalls eigens gekrönt und beanspruchte somit auch politischen Einfluss. Um das Reich zu stabilisieren, nahm Heinrich an Feldzügen teil – während seiner Abwesenheit übernahm die gebildete Kunigunde die Regierungsgeschäfte. Schließlich beschloss das Kaiserpaar, in Bamberg ein Bistum zu errichten, um das Obermain-Gebiet neu zu ordnen und die Slawen-Mission zu stärken. Bis zur Bistumsgründung war die Stadt persönliches Hochzeitsgeschenk für die Kaiserin gewesen. Die beiden begannen mit dem Bau des Bamberger Domes und ließen der Kathedrale zahlreiche Schenkungen zukommen. Im 11. Jahrhundert setzte eine starke Verehrung für das Kaiserpaar ein und ihre kinderlose Ehe wurde – ganz nach mittelalterlichem Geschmack – zu einer enthaltsamen "Josephsehe" verklärt. Noch im Zweiten Weltkrieg schrieben fromme Bamberger die weitgehende Verschonung ihrer Stadt vor Bombardement dem als Kunigundes Witwenschleier gedeuteten Nebel zu.
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