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Blandina von Lyon
Im Römischen Reich des zweiten Jahrhunderts galten Christen in der öffentlichen Meinung als gesellschaftlicher Abschaum. Ob Hass auf den Kaiser, inzestuöse Orgien oder rituelle Kindermorde – kaum ein Verbrechen, das der kleinen Glaubensgemeinschaft nicht unterstellt wurde. Wer wegen seines verbotenen Glaubens angezeigt wurde, musste Christus abschwören oder mit dem Tod rechnen. So kam es im Jahr 177 zu einer regelrechten Hinrichtungswelle in Lyon. Unter den Blutzeugen war eine Frau namens Blandina (gest. 177). Der Kirchenvater Eusebius von Caesarea berichtete, dass sie die Versklavte einer christlichen Familie war. Nach ihrer Verhaftung wies sie trotz der Todesdrohungen alle Vorwürfe von sich: "Ich bin Christin. Ich habe nichts Unrechtes getan." Tagelang musste Blandina den Hinrichtungen ihrer Glaubensgeschwister zusehen bis sie als Letzte an der Reihe war: Sie wurde gegeißelt, gebrandmarkt und gefesselt einem Stier vorgeworfen. Schließlich erdolchte ein Henker die schwer verletzte und bewusstlose Frau. Um einen möglichen Märtyrerkult zu unterbinden und den Christen die Lächerlichkeit ihrer leiblichen Auferstehungshoffnung vor Augen zu führen, wurde Blandinas Asche in die Rhone gestreut. Heute wird die einstige Versklavte als Stadtpatronin Lyons verehrt.
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