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Kamillus von Lellis
Dieser Heilige benötigte mehrere Anläufe, um ein gottgefälliges Leben zu führen. Kamillus von Lellis (1550-1614) kam als Sohn eines Offiziers in den Abruzzen zu Welt. Nach dem frühen Tod seiner Mutter wuchs er ohne höhere Bildung und enge Bezugsperson auf. Der sich selbst überlassene Kamillus folgte dem Vorbild seines Vaters und ging mit 18 Jahren zum Militär. Sechs Jahre lang diente er als Söldner verschiedenen Kriegsherren, bis ihn eine nicht heilende Wunde am Fußgelenk zum Aufhören zwang. Es blieb sein in der Armee entwickelter Hang zum Glücksspiel – mehr als einmal verspielte Kamillus seinen gesamten Besitz. Mehrmals gelobte er, sein Leben zu ändern und scheiterte doch immer an sich selbst. So zog der verarmte Kamillus als Bettler ziellos durch das Land – bis er beim Bau eines Kapuzinerklosters in Apulien Arbeit fand. Dort nahm sich der Ordensmann Angelo dem zänkischen und impulsiven Kamillus an. Die Zuwendung des Kapuziners rüttelte ihn so sehr auf, dass er neuen Mut fasste und dem Kloster als einfacher Laienbruder beitrat. Bald jedoch musste er den Orden wegen seiner immer wieder aufbrechenden Knöchelwunde wieder verlassen. Der nun asketisch lebende Kamillus zog daraufhin nach Rom, wo er als Krankenpfleger im St.-Jakob-Spital arbeitete. Nach einigen Jahren versuchte er vergeblich, einen Laienorden von Krankenpflegern zu gründen, der sich gleichermaßen der Krankenpflege und der Krankenseelsorge widmen sollte – doch die nötige kirchliche Anerkennung blieb aus. Also besuchte Kamillus ein Jesuitenkolleg und ließ sich 1584 zum Priester weihen. Nur zwei Jahre später erhielt seine Gemeinschaft "Gesellschaft der Diener der Kranken" (Kamillianer) die päpstliche Bestätigung. Kurz darauf brach in Rom eine Typhusepidemie aus und die Mitglieder der Gemeinschaft sorgten für die zahllosen Kranken unter Einsatz des eigenen Lebens. Gezeichnet von schweren Krankheiten starb Kamillus am 14. Juli 1614 in Rom. Papst Benedikt XIV. sprach ihn 1746 heilig. Heute gilt er als Patron der Pflegekräfte.
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