Die Kirche Saint-Etienne-du-Rouvray in Rouen, Frankreich, in der der Priester Jacques Hamel ermordet wurde.
Jacques Hamel war bei Anschlag auf nordfranzösische Kirche getötet worden

Ermordeter Priester wird am Dienstag beerdigt

Die Beerdigungsfeier für Jacques Hamel wird in der Kathedrale Notre-Dame stattfinden, Tage vorher soll eine Gebetswache gehalten werden. Außerdem wollen italienische Muslime mit Kirchenbesuchen ihr Beileid bekunden.

Rouen - 29.07.2016

Bereits am Samstagabend findet in der Kirche Saint-Therese in Saint-Etienne-du-Rouvray eine Gebetswache für den ermordeten Priester statt. Die Kirche Saint-Etienne, in der es zu der Geiselnahme gekommen war, soll in wenigen Wochen wieder geöffnet werden. Zuvor werde dort wegen der Entweihung durch die Tat ein Bußritus vollzogen.

Vergangenen Dienstag hatten zwei Männer die katholische Kirche im nordfranzösischen Saint-Etienne-du-Rouvray gestürmt und fünf Menschen, die dort eine Messe feierten, als Geiseln genommen. Sie schnitten dem 85-jährigen Jacques Hamel die Kehle durch. Eine weitere Geisel wurde lebensgefährlich verletzt. Als die Angreifer die Kirche verließen, wurden sie von der Polizei erschossen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Tat für sich.

Linktipp: Ein Priester bis zum letzten Atemzug

Der Priester Jacques Hamel wurde am Altar von Terroristen hingerichtet. Für viele Gläubige ist er damit zum Märtyrer geworden. Doch er war schon vorher ein Vorbild an Dienstbereitschaft.

Unterdessen kündigte die Italienische Islamische Gemeinde an, kommenden Sonntag landesweit Bischofs- und Pfarrkirchen zu besuchen, um persönlich ihr Beileid über die Bluttat auszusprechen. Dies sei zugleich ein "konkretes Zeichen tiefen Respekts vor der Heiligkeit christlicher Riten, Amtsträger und Kultorte", teilte der in Mailand ansässige Verband am Freitag mit.

Muslime planen Besuche in katholischen Kirchen

Geplant sind demnach Besuche islamischer Vertreter in katholischen Kirchen in Rom, Mailand, Genua, Palermo und einem Dutzend weiterer Städte. An der Initiative will sich auch die eigenständig organisierte Union islamischer Gemeinden in Italien beteiligen. Deren Vorsitzender, Imam Izzedine Elzir aus Florenz, sagte laut dem bischöflichen italienischen Pressedienst SIR (Freitag), man habe schon in den vergangenen Tagen Solidaritätsbesuche bei katholischen Gemeinden absolviert und werde dies am Sonntag in Norditalien, der Toskana und Sizilien fortsetzen. Auch in den Moscheen seien muslimische Gläubige aufgerufen worden, ihre "hart getroffenen christlichen Brüder und Schwestern zu unterstützen", so Elzir.

Zuvor hatte der französische islamische Dachverband "Conseil francais du culte musulman" am Donnerstag an Imame und Gläubige appelliert, am kommenden Sonntag katholischen Pfarreien ihr Beileid und den Ausdruck ihrer Verbundenheit persönlich zu überbringen. (jhe/KNA)

29.07.2016, 16:50 Uhr: Ergänzt um die Pläne der italienischen Muslime.