Erstmals Feuerbestattung für einen Mafia-Boss
Provenzano, dem Dutzende von Morden zur Last gelegt werden, war nach 43 Jahren vergeblicher Fahndung 2006 in einem Versteck bei Corleone gefasst worden. Seither in Hochsicherheitshaft, erlag er am Montag einem Krebsleiden.
Erzbischof: Corleone hat sich verändert
Der Polizeichef von Palermo, Guido Longo, untersagte eine öffentliche Trauerfeier in Corleone, da diese für Kundgebungen ausgenutzt werden könnte. Keineswegs jedoch solle den Angehörigen ein "privates Gebet auf dem Friedhof" verwehrt werden, sagte er laut Medienberichten.
Der zuständige Erzbischof von Monreale, Michele Pennisi, erklärte, ein Priester werde den Leichnam des Verstorbenen segnen. "Ein Gebet kann man niemandem verwehren", sagte Pennisi laut dem "Corriere". In Provenzanos Heimatort Corleone habe sich zwischenzeitlich viel verändert. Die Stadt werde sich jetzt "wirklich freier fühlen", so der Erzbischof. (bro/KNA)
Der am Mittwoch verstorbene Bernardo Provenzano bekommt zwar eine kirchliche Beisetzung. Auf eine Eucharistiefeier muss seine Familie laut der sizilianischen Diözese Monreale dagegen verzichten.