Leere hochgestellte Stühle in einem Klassenraum deuten auf das Ende des Unterrichts.
Prekäre Haushaltslage der Erzdiözese als Begründung

Erzbistum Hamburg schließt acht katholische Schulen

Es hatte sich bereits angekündigt: Durch finanzielle Probleme ist das Erzbistum Hamburg gezwungen, acht seiner 21 Schulen aufzugeben. Die Erzdiözese spricht von "schmerzhaften Einschnitten".

Hamburg - 19.01.2018

Das Erzbistum Hamburg will acht seiner 21 Schulen in der Hansestadt aufgeben. An fünf Schulen sollen bereits zum kommenden Schuljahr 2018/19 keine neuen Schüler mehr aufgenommen werden, wie Generalvikar Ansgar Thim am Freitag vor Journalisten in Hamburg ankündigte. "Dieser tiefgreifende, schmerzhafte Einschnitt fällt uns sehr schwer", sagte er. Er sei jedoch zwingend notwendig, um dem Erzbistum und damit auch dem katholischen Schulsystem dauerhaft eine Zukunft zu ermöglichen.

Das Erzbistum unterhält in Hamburg 18 Grund- und Stadtteilschulen sowie drei Gymnasien mit insgesamt rund 9.000 Schülern. Es ist damit größter privater Schulträger der Hansestadt. Die prekäre Haushaltslage zwingt die Diözese jedoch zum Sparen. Aktuell hat sie 79 Millionen Euro Schulden, die nach einem Bericht der Unternehmensberatung Ernst & Young bis 2021 auf bis zu 353 Millionen anwachsen könnten, falls nicht gegengesteuert wird. Erzbischof Stefan Heße hatte radikale Einschnitte angekündigt und das Ziel formuliert, "mit weniger Geld eine lebendige Kirche" zu sein.

Trotz staatlicher Zuschüsse und Einnahmen aus Schulgeld verursacht der Betrieb der Schulen laut Erzbistum ein Defizit von vier bis fünf Millionen Euro im Jahr. Hinzu komme ein Sanierungsstau in dreistelliger Millionenhöhe sowie ein Loch in der Pensionskasse für die Lehrer. Die Unternehmensberatung Ernst & Young stuft daher fünf Schulen als "wirtschaftliche nicht tragbar" ein. Drei Standorte gelten der Analyse nach als nur "bedingt tragfähig", 13 als unbedenklich. Neben den katholischen Schulen stehen im Erzbistum unter anderem auch Kirchengebäude und soziale Einrichtungen auf dem Prüfstand.

Das sind die betroffenen Schulen:

Katholische Schule St. Marien Eulenstraße - Grundschule - Altona
Katholische Sophienschule - Grundschule - HH-Nord
Domschule St. Marien - Grund- und Stadtteilschule - HH-Mitte
Katholische Schule Altona - Grund- und Stadtteilschule - Altona
Katholische Schule Harburg - Grund- und Stadtteilschule - Harburg
Katholische Schule Neugraben - Grund- und Stadtteilschule - Harburg
Franz-von-Assisi-Schule - Stadtteilschule - HH-Nord
Niels-Stensen-Gymnasium - Gymnasium - Harburg

An diesen 5 Schulen werden im kommenden Schuljahr 2018/2019 keine Schüler mehr aufgenommen:

Katholische Schule St. Marien Eulenstraße - Grundschule - Altona
Domschule St. Marien - Grund- und Stadtteilschule - HH-Mitte
Katholische Schule Altona - Grund- und Stadtteilschule - Altona
Franz-von-Assisi-Schule - Stadtteilschule - HH-Nord
Niels-Stensen-Gymnasium - Gymnasium - Harburg

An diesen 3 Schulen werden zum Schuljahr 2019/2020 keine Schüler mehr aufgenommen:

Katholische Sophienschule - Grundschule - HH-Nord
Katholische Schule Harburg - Grund- und Stadtteilschule - Harburg
Katholische Schule Neugraben - Grund- und Stadtteilschule - Harburg (bod/KNA)