Franziskus: Glück ist keine Smartphone-App
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Papst warnt Jugendliche vor Konsumzwang

Franziskus: Glück ist keine Smartphone-App

Freiheit bedeutet nicht, "immer das tun zu können, was mir passt", sagt Papst Franziskus. Zum Abschluss der Jugendwallfahrt im Heiligen Jahr warnte er außerdem vor Konsumzwängen und falschen Vorbildern.

Bonn/Vatikanstadt/Rom - 24.04.2016

Franziskus rief dazu auf, jenen zu misstrauen, die Mode und das Streben nach Reichtum als Sinn des Lebens verkündeten. Auch Filmhelden seien keine Vorbilder. "Euer Glück hat keinen Preis und wird nicht gehandelt", so der Papst. "Es ist keine App, die auf das Handy heruntergeladen wird." Der Orientierungspunkt im Leben des Christen sei die Liebe zu den Menschen, sagte Franziskus. Sie sei "der einzige 'Ausweis', der gültig ist, um als Jünger Jesu erkannt zu werden. Wenn der Ausweis abläuft und nicht ständig erneuert wird, sind wir keine Zeugen des Meisters mehr." Dies erfordere Vertrauen, Achtung und Vergebung.

Liebe dürfe nicht damit verwechselt werden, einen anderen besitzen zu wollen, sondern bedeute, sich um den anderen zu kümmern. "Denn lieben heißt schenken - nicht irgendetwas Materielles, sondern etwas von sich selbst: die eigene Zeit, die eigene Freundschaft, die eigene Fähigkeit." Jesus lasse die Jugendlichen nie im Stich, so Franziskus weiter. Auf ihn könnten sie ihr Leben bauen. "Selbst wenn du ihn enttäuschst und dich von ihm abwendest, Jesus hat dich weiter lieb und bleibt dir weiter nahe, er glaubt weiter an dich - mehr als du selbst." Mit diesem Vertrauen solle die junge Generation nach vorne gehen. "Ihr seid berufen, die Zukunft so aufzubauen: gemeinsam mit den anderen und für die andern, nie gegen jemand anderen."

Linktipp: Papst Franziskus nimmt Jugendlichen die Beichte ab

Über eine Stunde nahm sich Papst Franziskus am Samstag spontan Zeit, um Jugendlichen auf dem Petersplatz das Bußsakrament zu spenden. Insgesamt 16 Jungen und Mädchen legten bei ihm ihre Beichten ab.

Zur Jugendwallfahrt anlässlich des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit sind an diesem Wochenende insgesamt 70.000 Jugendliche nach Rom gepilgert, vor allem aus Italien, Spanien, Frankreich und Belgien. Die Papstmesse auf dem Petersplatz war Höhepunkt des dreitägigen Programms. Am Samstagvormittag hatte sich der Papst spontan über eine Stunde Zeit genommen, um Jugendlichen auf dem Petersplatz die Beichte abzunehmen.

Aufruf zur Solidarität mit Bedürftigen

Am Samstagabend wandte Franziskus sich in einer Videobotschaft an zehntausende jugendliche Pilger, die zu einem Festival im Olympiastadion versammelt waren. Dabei rief er zur Solidarität mit hilfesuchenden Altersgenossen auf. In jungen Flüchtlingen oder kranken Jugendlichen könnten sie Jesus Christus erkennen, der sie um Barmherzigkeit bitte. Ihnen sollten sie mit aktiven Taten der Unterstützung und Freundschaft begegnen, so Franziskus. Der Papst rief die jungen Leute auch zur Vergebung auf. Der Wunsch nach Rache wegen einer Beleidigung oder Verletzung führe zu nichts. "Er ist ein Wurm, der die Seele auffrisst und uns nicht mehr erlaubt, glücklich zu sein", so Franziskus. "Vergeben wir und vergessen erlittenes Unrecht, dann können wir die Lehre Jesu verstehen und seine Jünger sein." (kim/KNA)


Themenseite: Heiliges Jahr

Vom 8. Dezember 2015 bis zum 20. November 2016 findet das von Papst Franziskus ausgerufene "Heilige Jahr der Barmherzigkeit" statt. Diese Themenseite bündelt die Berichterstattung von katholisch.de zum Heiligen Jahr.