Pilger laufen über einen Feldweg.
Das Erzbistum Paderborn präsentiert Pilgerwege durch pastorale Räume

Gemeinde zu Fuß erfahren

Auf einer Internetseite präsentiert das Erzbistum Paderborn Pilgerwege durch die pastoralen Räume. Das soll einladen, diese Räume zu entdecken und als ein Ganzes zu erfahren. Die Pilgerwege können übrigens auch selbst erstellt werden.

Von Johanna Heckeley |  Paderborn - 08.02.2016

Aber in denen fühlten sich viele fremd. Um das zu überwinden und auch das "Unterwegssein der Menschen zu unterstützen", hat das Erzbistum Paderborn ein Projekt für moderne Pilgerwege ins Leben gerufen: Auf der Internetseite www.orte-verbinden.de lassen sich die Wege abrufen und nachwandern.

"Brückenheiliger Johannes Nepomuk", "Kraft-Orte Holthausen", "Schöpfungspfad Hardehausen" – das sind nur einige der über 20 Wege, die auf der seit November freigeschalteten Seite aufgeführt sind; weitere sind in Planung. Die Wege lassen sich über die Karte aufrufen, nach Name oder Länge sortieren – und danach, wie man sie wandern kann: Vier Symbole zeigen an, ob es eine Tour für Schusters Rappen, fürs Fahrrad oder fürs Auto ist sowie ob es barrierefrei ist. Dann lässt sich die Wegbeschreibung mit Karten ausdrucken, über die Sozialen Netze teilen oder auf ein GPS-fähiges Gerät herunterladen. "Man muss also beim Wandern nicht ständig online sein", erklärt Bogedain, der für das Projekt mitverantwortlich ist.

Nicht nur Kirchen und Kapellen

Die Stationen auf den Wegen sind längst nicht nur Kirchen und Kapellen. "Das kann alles sein, wo pastoral etwas passiert, also eine Bücherei genauso wie ein Kinderspielplatz", so Bogedain. Zu jedem Wegpunkt bietet die Internetseite erklärende Texte – und auch Denkanstöße oder Gebetsvorschläge. Damit könnten zum Beispiel auch Pastoralverbünde ihren Mitgliedern die Wanderung als gemeinsamen Ausflug anbieten.

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Die Nähe Gottes spüren - das ist das Ziel vieler Gläubiger, die sich zu religiösen Stätten in aller Welt aufmachen. Jährlich begeben sich etwa 40 Millionen Christen auf eine Pilgerreise

Das Portal soll noch wachsen. "Mitmachen kann im Prinzip jeder, der seine pastoralen Orte vorstellen und sie mit einem Weg verbinden will", meint Bogedain. Zunächst sollte er das mit seiner Pfarrei absprechen – auch, um zum Beispiel rechtliche Fragen wie die von Fotos aus Kircheninnenräumen abzuklären. "Dann bekommt er von uns ein Raster zugeschickt mit allem, was gebraucht wird an Bildern und Texten." Ist das Material gesammelt, gibt es einen Workshop: "Da stellen wir die Wege gemeinsam ein, das muss keiner allein machen."

In Planung ist auch, wo möglich, an allen Wegmarken Plaketten mit einem QR-Code anzubringen. "Dann kann jeder den Code einscannen. Er erfährt nicht nur etwas über den Ort, sondern auch, dass er auf einem Pilgerweg ist." Bogedain erhofft sich dadurch eine neue Bedeutung für die Orte: "Wenn man zum Beispiel an einem Wegekreuz vorbeikommt und erfährt, warum es da steht, dann geht man danach ganz anders daran vorbei."

Von Johanna Heckeley