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Dokumentation aus den Wäldern Amazoniens

Gier vernichtet Leben

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Männer schürfen in einem zestörten Teil des Amazonas Gold.
Mainz - Die Zerstörung des Regenwaldes beschleunigt den Klimawandel. Besonders schnell verringert sich der wertvolle Baumbestand entlang des Amazonas. Die ersten, die darunter leiden, sind die Indianer Brasiliens - denn es ist ihr Land und ihre Lebensgrundlage, die verwüstet werden. Über die Situation dieser Menschen und das Ringen um den Erhalt ihrer Heimat berichten Daniel Moj und Bernd Reufels in ihrem Film "Gold und Gier - Der Kampf der Indios". Er wird im Rahmen der ZDF-Reihe "planet e." am Sonntag, 4. August, um 14.45 Uhr ausgestrahlt.

Ende Juni dieses Jahres flog das Fernsehteam nach Brasilien, um zu erkunden, wie sich die Indianer gegen die wachsende Ausbeutung ihres Landes durch Gold- und Mineralschürfer und Großgrundbesitzer wehren. Vor Ort trafen sie auf Egydio Schwade. Der heute 78-jährige ehemalige Jesuit hat sich sein Leben lang für die Rechte der Indianer eingesetzt.

Auf Booten fuhr das Team mit ihm tief in den Regenwald hinein. Mit dabei Joan Catalono, ein Mitarbeiter der "Fundacao Nacional do Indio" (FUNAI). Diese staatliche Behörde soll die Interessen der Indios vertreten. Ziel der Expedition war es, eine besonders rücksichtslos vorgehende Gruppe illegaler Goldschürfer aufzuspüren.

Drei junge Xingu Indianer im Amazonasgebiet.
Die Indianer Brasiliens leiden unter der Zerstörung des Regenwaldes - ihr Land und ihre Lebensgrundlage werden verwüstet.

Die Bagger und Hochdruckpumpen an der Schürfstelle sollten funktionsunfähig gemacht, das Lager aufgelöst und die Männer verhaftet werden. Die Garimpeiros, wie man in Brasilien die Goldschürfer nennt, fällen erst die Urwaldriesen, tragen dann die oberste Erdschicht ab und vergiften durch das zur Goldgewinnung eingesetzte Quecksilber die Erde und das Wasser. Gleichzeitig versuchen sie, Indianerdörfer unter ihre Regentschaft zu bringen.

Ohne Rücksicht auf die Umwelt

Bei der Suche nach den illegalen Goldschürfern im Reservat der Yanomamis, das doppelt so groß ist wie die Schweiz, wird Joan Catalono unterstützt von zwei weiteren FUNAI-Mitarbeitern und 15 bewaffneten Jägern. Für das Fernsehteam werden es anstrengende, aber auch frustrierende Tage, denn zunächst sieht es so aus, als könnten sie ihre Mission nicht erfüllen.

Schwierig sei es, die Zerstörungen im Regenwald filmisch festzuhalten, berichtet Daniel Moj, weil abgeholzter Regenwald nicht hässlich aussehe. Das wuchernde Grün aber kann die verschwundenen Bäume und ihre Bedeutung für die Natur nicht ersetzten.

Ohne Rücksicht auf die Umwelt beuten Menschen weltweit die Ressourcen der Erde aus. Es ist die Gier nach Gold und Geld, die sie antreibt. Schon vor 50 Jahren begann der Jesuit Schwade sich der Opfer dieses Raubbaus anzunehmen. Während der brasilianischen Militärdiktatur ließ er sich in Presidente Figueiredo nieder.

"Die Natur muss wiederhergestellt werden"

Er bemühte sich um Kontakt zu dem in der Nähe lebenden Volk der Waimiri-Atroari. Schwade lehrte die Indianer lesen und schreiben. Der Schutz der Natur war für ihn immer auch Hilfe für die indigenen Völker. "Die Natur muss wiederhergestellt werden, ebenso die biologische Vielfalt, die Umwelt der indianischen Völker", fordert der streitbare Mann.

Der Film zeigt eindrucksvoll das Leiden der Menschen durch die Eingriffe in die Natur und die gesellschaftlichen Veränderungen. Er dokumentiert gleichzeitig in einer Urwald-Expedition das Lebenswerk eines tiefgläubigen Mannes, das gezeichnet ist von Hoffnungen und deprimierenden Rückschlägen. So auch bei der gefilmten Expedition.

Von Monika Herrmann-Schiel (KNA)

Hinweis

"planet e.: Gold und Gier - Der Kampf der Indios", Film von Daniel Moj und Bernd Reufels. ZDF, Sonntag, 4. August, 14.45-15.10 Uhr.

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