"Die Priester", drei Benediktiner, machen geistliche Popmusik.
Die Priester bringen neues Album heraus

Gottes Sängerknaben

Kirche und klassiche Musik - das gehört zusammen. Aber Kirche und Popmusik? Seit es die Band "Die Priester" dreier Benediktiner gibt, auch - und das sogar erfolgreich.

Von Christoph Meurer |  Bonn - 28.09.2012

Über 100.000-mal verkaufte sich nach Angaben der Plattenfirma die erste CD "Spiritus Dei" von Abt Rhabanus Petri, Pater Vianney Meister und Andreas Schätzle - ein Erfolg für die Geistlichen und für ein Kinderheim in Tansania, das einen Teil des Verkaufserlöses erhielt. An diesen Hit wollen die drei nun mit ihrem neuen Album "Rex Gloriae" anknüpfen. Wobei auch diesmal die Bezeichnung "Popmusik" nicht vollends zutrifft. Stücke wie "Ave maris stella" oder "Veni redemptor gentium" sind klassische Preis- und Lobgesänge aus den Repertoire der katholischen Kirche. Deren poppig-elektronisches Arrangement durch die Priester wird so in Kirchen wohl eher selten so gehört.

"Archarisch und modern gleichermaßen" nennen die Priester ihren Sound. Ein Befund, der nicht nur auf die bereits erwähnten Choräle zutrifft, sondern auch auf die Interpretation des Schlager-Klassikers "Über sieben Brücken musst du gehn", die den Spagat zwischen Gotteslob und Festzelt wagt. Der Titel, mit dem einst Peter Maffay die Herzen der Hausfrauen eroberte, sticht in gewisser Weise aus dem Album heraus, wie auch das bekannte Adventslied "Tochter Zion". Überrascht mag der Hörer ebenso sein, wenn er die deutsche Stimme von Jack Nicholson und Dustin Hoffman spirituelle Texte sprechen hört.

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Wie das neue Musik-Video der Priester entstanden ist.

"Wir haben Musik und Lieder konzipiert und komponiert, die wie ein Gebet zu Gott führen sollen", sagt Pater Vianney, eigentlich Chefkantor der Mönchs-Schola in der oberbayerischen Erzabtei Sankt Ottilien. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, werden nicht nur die Verkaufszahlen zeigen. Der einzelne Hörer wird entscheiden, ob er sich religiös erbauen oder einfach nur unterhalten will.

So oder so: Die Priester machen Musik, die den Zuhörer herausfordert, aufmerksames in sich Hineinversenken zulässt und doch ebenso Hintergrundatmosphäre erzeugen kann. Eines ist ihnen aber, wie schon anderen, nicht gelungen: "Möge die Straße" ist und bleibt ein Lied für Lagerfeuer und nicht für eine CD-Aufnahme.

Von Christoph Meurer

Die Priester

Weitere Informationen über die Band und die veröffentlichten CDs gibt es auf der Internetseite diepriester.de.