Pastor Hyeon Soo Lim erklärte sich unter Zwang durch das nordkoreanische Regime selbst zum Staatsfeind.
Der 62-Jährige Kanadier war seit 2015 in Haft

Inhaftierter Pastor in Nordkorea freigelassen

Fast zwei Jahre saß Pastor Hyeon Soo Lim in Nordkorea in Haft. Die schwere Zwangsarbeit setzten der Gesundheit des Kanadiers immer stärker zu. Nun kam die erlösende Nachricht.

Toronto/Pjöngjang - 09.08.2017

Der seit zweieinhalb Jahren in Nordkorea inhaftierte kanadische Pastor Hyeon Soo Lim ist freigelassen worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch meldete, verfügte ein Gericht wegen des angeschlagenen Gesundheitszustands des Geistlichen die Freilassung.

Zuvor war eine Regierungsdelegation aus Kanada nach Nordkorea gereist, um sich für den gebürtigen Südkoreaner mit kanadischem Pass einzusetzen. Zu den nach Pjöngjang gereisten Verhandlern gehörte laut einem Bericht des kanadischen Senders CBC News (Dienstag Ortszeit) auch Daniel Jean, Sicherheitsberater von Premierminister Justin Trudeau.

Wegen angeblicher staatsfeindlicher Aktivitäten verurteilt

Der 62 Jahre alte Lim war 2015 festgenommen und wegen angeblicher staatsfeindlicher Aktivitäten zu lebenslanger Haft mit schwerer Zwangsarbeit verurteilt worden. Er musste laut einem CNN-Interview aus dem vergangenen Jahr sechs Tage in der Woche Löcher im Garten eines Gefangenenlagers graben. "Ich hoffe, ich kann eines Tages nach Hause zurück. Ich vermisse meine Familie", sagte Lim damals.

Lim war 1986 nach Kanada ausgewandert; in Toronto leitete er eine presbyterianische Gemeinde. Nach Angaben seiner Familie, die in Kanada lebt, hat der Pastor rund 100-mal das abgeschottete Nordkorea besucht und dort unter anderem geholfen, ein Waisenhaus sowie ein Seniorenheim zu errichten.

Nordkorea belegt in Statistiken über Verfolgung von Christen regelmäßig einen Spitzenplatz. In den vergangenen Jahren wurden in dem Land wiederholt christliche Missionare inhaftiert. (KNA)

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Im kommunistischen Nordkorea wurde ein evangelischer Pastor zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein Gericht in Pjöngjang warf dem 60-Jährigen die Vorbereitung eines Umsturzes vor. Nordkorea gilt als das Land mit der stärksten Christenverfolgung weltweit. (Artikel von Dezember 2015)