Blick auf einen Halbmond durch das Glasdach einer Moschee.
Gemeinsame Erklärung der Deutschen Islamkonferenz

Islamische Verbände verurteilen Terrorakte in Paris

Die islamischen Verbände in der Bundesrepublik haben die Terroranschläge in Paris verurteilt. "Wir sind bestürzt und entsetzt", heißt es in einer am Montag in Köln veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. Die Anschläge seien "auch ein Angriff auf uns".

Köln - 16.11.2015

"Terror steht in gänzlichem Widerspruch zur Barmherzigkeit Gottes", so die Verbände. "Die Mörder von Paris irren, wenn sie glauben, sie seien die Vollstrecker eines göttlichen Willens." Die Muslime teilten die Trauer der Familien und Freunde der Opfer sowie der französischen Nation. "Ihr Schmerz ist auch unser Schmerz."

Die Organisationen rufen dazu auf, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Es gelte, an den freiheitlichen Werten festzuhalten und Vielfalt als Segen zu begreifen. Mit allen Mitteln, welche die Demokratie zulasse, müsse Unterdrückung, Tyrannei und Kriegen im Nahen Osten, in Afrika und überall auf der Welt entgegengewirkt werden.

Die Verbände wollen sich künftig stärker gegen eine Radikalisierung junger Muslime einsetzen. Schon vor den "niederträchtigen und barbarischen Anschlägen" von Paris hätten die Moscheegemeinden dazu in mehreren Initiativen einen Beitrag geleistet. Möglichst im Schulterschluss mit anderen gesellschaftlichen Gruppen solle das ausgebaut werden.

Altas: Verantwortung endet nicht an der Moscheetür

Auch die Schulen könnten mehr tun. Die Radikalisierung finde außerhalb der Moscheegemeinden statt, betonte der Islamrats-Vorsitzende Bekir Altas. Aber: "Unsere Verantwortung endet nicht an der Moscheetür." Wichtig sei es zudem, Flüchtlinge, die vor dem Terror der Miliz Islamischer Staat (IS) geflohen seien, in Deutschland vor Stigmatisierung zu schützen.

Unterschrieben ist die Erklärung von den im Koordinationsrat der Muslime (KRM) vertretenen Verbänden Ditib, Islamrat, Verband Islamischer Kulturzentren und dem Zentralrat der Muslime. Zudem gehören die Ahmadiyya-Muslime, die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken, der Zentralrat der Marokkaner in Deutschland sowie die Islamische Gemeinschaft der Schiiten zu den Unterzeichnern.

Unterstützt wird die Erklärung nach den Angaben auch von der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), der Konferenz der Islamischen Landesverbände, dem Aktionsbündnis Muslimischer Frauen, der Union of European Turkish Democrats, der Union der Türkischen Caferiten in Europa sowie der Deutsch Türkischen Gesundheitsstiftung. (bod/KNA/dpa)