Losinger gehört neuer Ethik-Kommission an
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Gremium beschäftigt sich mit autonomen Fahren

Losinger gehört neuer Ethik-Kommission an

Wer ist schuld, wenn selbstfahrende Autos Unfälle bauen? Mit solchen ethischen Fragen beschäftigt sich eine neue Kommission der Bundesregierung. Weihbischof Losinger hat darin einen besonderen Status.

Berlin/Augsburg - 30.09.2016

Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger ist von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in eine neue Ethik-Kommission berufen worden. Diese befasst sich mit moralischen Fragen beim sogenannten autonomen Fahren. Das Gremium unter Leitung von Ex-Verfassungsrichter Udo Di Fabio kam am Freitag in Berlin erstmals zusammen.

Losinger ist einziger Theologe

In die Kommission "Automatisiertes und Vernetztes Fahren" wurden 14 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft berufen. Sie sollen ethische Dimensionen bei der Zulassung selbstfahrender Autos im Straßenverkehr ausloten. Losinger ist der einzige Theologe.

Das automatisierte und vernetzte Fahren sei ein echter Paradigmenwechsel, erklärte Dobrindt. "Nicht der Mensch steuert das Fahrzeug, sondern der Computer." Dabei müssten aber zwei Grundsätze klar sein: "Sachschaden geht immer vor Personenschaden. Und es darf keine Klassifizierung von Personen geben, etwa nach Größe oder Alter."

Das automatisierte Fahren werde den Verkehrsfluss verbessern, die Verkehrssicherheit erhöhen und die Unfallzahlen massiv senken, fügte der Minister hinzu. Di Fabio erklärte, die Einführung automatisierter Fahrsysteme verlange Leitlinien für den Einsatz von Autopiloten. "Automatisierte Fahrsysteme müssen sich in eine Rechtsordnung einfügen, die den Menschen in seiner körperlichen Integrität und als selbstbestimmte Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellt."

Losinger: Betrifft Zukunft der gesamten Gesellschaft

Losinger sprach im Vorfeld der ersten Sitzung von einem höchst spannenden Thema, "das die Zukunftsperspektive unserer gesamten Gesellschaft betrifft". In einem Schreiben an Dobrindt dankte er dem Minister für die Berufung in die Kommission. Der Weihbischof gehörte bis vor wenigen Monaten dem Deutschen Ethikrat an, deren Mitglieder auf Zeit gewählt sind. (KNA)