Maria Knotenlöserin
Franziskus brachte Gnadenbild von Augsburg nach Argentinien

Maria Knotenlöserin

Eine Darstellung der Mutter Gottes verbindet Augsburg mit Buenos Aires. Papst Franziskus nahm das Bild in den 80er-Jahren von einer Deutschland-Reise mit nach Südamerika. Dort ist die Knotenlöserin inzwischen das Ziel einer regelmäßigen Wallfahrt.

Augsburg - 16.08.2013

Die Darstellung der Jungfrau Maria in der Augsburger Kirche St. Peter am Perlach ist ungewöhnlich. Aus einem Band löst die jugendliche Maria Knoten. Etwa seit 1700 hängt das Bild in der Kirche gleich neben dem Augsburger Rathaus. Maria Knotenlöserin ist das Ziel vieler Augsburger, wenn sie in Bedrängnis sind. Bei Beziehungsproblemen und Krebserkrankungen gilt die Mutter Gottes als Fürsprecherin. Sie löst das Problem anders als Alexander der Große den "Gordischen Knoten" mit Einfühlungsvermögen und nicht mit Gewalt. Auch Jorge Mario Bergoglio, der heutige Papst Franziskus, besuchte das Gnadenbild, als er in den 80er-Jahren zu Gast bei den Jesuiten in Augsburg war. Fasziniert von der ungewöhnlichen Darstellung nahm er Postkarten von der Knotenlöserin mit in seine argentinische Heimat.

Das ist die „originale“ Darstellung der Hl. Gottesmutter als Knotenlöserin in Augsburg.

Maria hilft bei Beziehungsproblemen

Die Entstehung des Augsburger Bildes soll tatsächlich auf ein Beziehungsproblem zurückgehen. Gestiftet wurde das Bild von Hieronymus Ambrosius Langenmantel (1641–1718), Kanonikus am Stift St. Peter zu Augsburg, in Erinnerung an eine familiäre Begebenheit. Sein Großvater stand demnach einmal kurz vor der Trennung von seiner Frau und besuchte deshalb den Jesuitenpater Jakob Rem in Ingolstadt.

Pater Rem betete daraufhin vor einem Bildnis Mariens und sprach: "In diesem religiösen Akt erhebe ich das Band der Ehe, löse alle Knoten und glätte es." Danach sei wieder Friede zwischen den Eheleuten eingekehrt, die Trennung habe nicht stattgefunden und Langenmantels Enkel habe später zur Erinnerung daran das Bild der Knotenlöserin in Auftrag gegeben.

Von Augsburg nach Argentinien

Auch die Postkarten, die der Jesuitenpater Bergoglio von Augsburg mit nach Argentinien genommen hatte, blieben nicht ohne Wirkung. Beim Bürgerverein St. Peter am Perlach, dem Eigentümer der Kirche und des Bildes, ging 1993 eine Anfrage aus Argentinien ein. Man wolle eine Kopie dieser besonderen Marienfigur anfertigen. Anhand einer Fotografie machte sich die argentinische Kunstmalerin Ana Betta de Berti ans Werk. Seit dem 8. Dezember 1996 findet sich in der Kirche San José del Talar in Buenos Aires eine Kopie des Augsburger Bildes. Seither gilt dort jeder 8. im Monat als der "Tag der Knotenlöserin", der tausende Gläubige anzieht. Und das "Santuario de la Virgen que desata los nudos" hat inzwischen sogar eine Facebook-Seite.

Von Markus Kremser