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Migrantenverbände kritisieren Mazyeks AfD-Vergleich

"Muslime sind nicht die neuen Juden"

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Das Reichstagsgebäude in Berlin.
Bonn - Migrantenverbände haben Mazyeks umstrittenen Vergleich der AfD mit der NSDAP scharf kritisiert. Die Muslime seien nicht existenzbedroht, sagte Toprak, der Vorsitzende der Verbände in Deutschland.

Toprak sprach von "unsäglichen Vergleichen", die deutschen Muslimen einen Bärendienst erwiesen. "Denn solche Vergleiche machen einen konstruktiven Diskurs über den Islam in Deutschland unmöglich. Und das stärkt erst recht Populisten und Extremisten auf beiden Seiten." Toprak pochte auf eine "offensive und selbstkritische Auseinandersetzung" von Islamvertretern mit etwaigen Problemen, damit "verängstigte und verunsicherte Bürger" nicht bei populistischen Parteien nach Lösungen suchten.

Unterdessen sagte der Co-Vorsitzende der AfD, Jörg Meuthen, der "Stuttgarter Zeitung", dass die Partei die Religionsfreiheit nicht in Zweifel ziehe. "Wir wehren uns aber dagegen, dass immer mehr Moscheen gebaut werden, die etwa aus Saudi-Arabien finanziert werden und in denen dann ein militanter Islam gepredigt wird." Der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Es sei aber "genauso klar", dass zu Deutschland Millionen Menschen muslimischen Glaubens gehörten, "die gut integriert sind und unsere Gesetze und Rechtsordnung achten".

Linktipp: Mazyek vergleicht AfD mit Hitler-Partei

Mit heftiger Kritik reagieren Parteien und der Zentralrat der Muslime auf die Anti-Islam-Thesen der Alternative für Deutschland (AfD). Der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek bezeichnete die neuen AfD-Forderungen als "grundgesetzwidrig".

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CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn forderte in der Debatte seine Partei zu einer thematischen Auseinandersetzung auf. "Die AfD spricht Themen an, bei denen viele Menschen das Gefühl haben, dass wir die vernachlässigen", sagte er der "Rheinischen Post". "Nur weil die AfD maßlos überzieht, heißt das ja nicht, dass es nicht berechtigte Fragen an den Islam in Deutschland gibt." Spahn betonte, es sollten "auf Dauer keine ausschließlich aus dem Ausland finanzierten Imame und Moscheen" geduldet werden. Imame sollten in Deutschland ausgebildet werden, "auch Deutsch sprechen und ihre Religion im Kontext der deutschen Gesellschaft lehren können."

Mehrheit der Muslime "politisch unauffällig und gesetzestreu"

Die Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime verhält sich nach Einschätzung des Staatsrechtlers Christian Hillgruber "politisch unauffällig und gesetzestreu". Zugleich sei "Religion eben nicht bloße Privatsache", sagte der Bonner Wissenschaftler der "Tagespost". Wenn die Religionsfreiheit von Muslimen missachtet würde, müsste man auch um die Religionsfreiheit von Christen fürchten. "Auch eine dezidiert christliche Haltung erscheint Teilen einer weithin säkularisierten Gesellschaft anstößig."

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände mit Sitz in Bonn wurde 1985 gegründet und versteht sich als bundesweiter und multinationaler Dachverband von Migrantenselbstorganisationen. Ziel ist den Angaben zufolge eine "integrationsfördernde Selbstvertretung" der Interessen von Einwanderern. (KNA)

21.04.,13:20 Uhr: Ergänzt um Stellungnahmen von Politikern

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