Ein Obdachloser schläft im Vatikan.
600 deutsche Teilnehmer folgen Einladung des Papstes

Obdachlose pilgern nach Rom

Tausende Obdachlose pilgern zum Heiligen Jahr nach Rom, darunter auch 600 Teilnehmer aus Deutschland. Die Initiatoren verfolgen neben der Wallfahrt zum Apostelgrab noch ein weiteres Ziel.

Bonn/Rom - 14.10.2016

Mehrere tausend Obdachlose und Bedürftige pilgern Mitte November auf Einladung von Papst Franziskus nach Rom. Darunter sind auch 600 Teilnehmer aus Deutschland, wie die Deutsche Bischofskonferenz am Freitag in Bonn mitteilte. Die größten Gruppen kommen nach Angaben der Bistümer mit 150 Personen aus dem Erzbistum Köln und mit 100 Personen aus dem Erzbistum Hamburg. Zu den Begleitern der deutschen Teilnehmer gehört unter anderen der Kölner Weihbischof Ansgar Puff.

Pilgerreise soll für Öffentlichkeit sorgen

Gemeinsam feiern die insgesamt rund 6.000 Pilger mit dem Papst das Jubiläumsfest "Fratello" ("Bruder") zum Jahr der Barmherzigkeit. Es sei der ausdrückliche Wunsch von Franziskus, dass in dem von ihm ausgerufenen Heiligen Jahr auch Arme und Obdachlose teilnehmen können, hieß es. Der Papst rücke mit seiner Einladung die Barmherzigkeit und Nächstenliebe gerade zu den Menschen in den Mittelpunkt, die von der Gesellschaft oft ausgegrenzt würden. Die Pilgerreise solle die Situation obdachloser Menschen stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Papst Franziskus wird die Pilger zunächst in einer Audienz am 11. November im Vatikan empfangen und mit ihnen am 13. November einen Gottesdienst im Petersdom feiern. Die Wallfahrt soll darüber hinaus Obdachlosen und Begleitern aus ganz Europa die Gelegenheit bieten, sich kennenzulernen und auszutauschen. (KNA)

Linktipp: Heilige Pforte in Obdachlosenunterkunft

Eine ganze besondere Heilige Pforte hat Papst Franziskus heute in Rom eröffnet: Sie ist die einzige in der Stadt, die nicht zu einer Kirche gehört. Stattdessen führt sie direkt zur Armenküche des Caritas-Verbandes am Hauptbahnhof Termini. (Artikel von Dezember 2015)