Kommunionvorbereitung in einer Kirchengemeinde
Bild: © KNA
Religiöse Erziehung stärkt Kinder und Eltern

"Papa, wie sieht Gott aus?"

Wenn ein Kind solche Fragen stellt, können Eltern sich schnell mitten in der religiösen Erziehung befinden. Wer sich beraten lassen will, wie mit dem Nachwuchs am besten über Religion zu sprechen ist, dem stehen bundesweit Hilfsangebote zur Verfügung.

Von Josef Veit |  Passau - 24.09.2015

Denn die Kinder begegnen immer wieder Zeichen und Spuren von Gott oder stellen irgendwann die Grundfragen des Lebens: Wo komme ich her? Wer lässt die Blumen wachsen? Warum ist Gott unsichtbar? Dann lautet die Herausforderung, auf diese Fragen Antworten zu suchen und Stellung zu beziehen.

Religiöse Erziehung beinhaltet auch heutzutage die klassischen Grundformen: Beten - bei Tisch oder anderen Gelegenheiten -, das Kind segnen, wenn es morgens das Haus verlässt, abends einen einfachen Tagesrückblick halten und natürlich der Besuch der Kinder- und Familien-Gottesdienste im Kirchenjahreskreis.

Jesus fährt immer auf dem Gepäckträger mit

Aber was haben Kinder und Eltern davon? Der Gewinn ist beträchtlich: der Alltag erhält eine Struktur, die Eltern bauen einen intensiven Kontakt zu ihren Kindern auf, und das Abgeben der Verantwortung an eine höhere Macht verschafft sowohl den Eltern wie den Kindern Entlastung. Die Kinder finden zur Freundschaft mit Jesus, der sie begleitet, der - nach einem schönen Bild einer Oma - "immer auf dem Gepäckträger mitfährt".  Auch bei der Bewältigung von Krisen helfen christliche Rituale und Bilder. Insgesamt bietet der christliche Glaube den Familien eine große Vision für ihr Leben (woher komme ich, wohin gehe ich?). Das alles stärkt das Vertrauen ins Leben und zu sich selbst.

Themenseite: Themenwoche "Liebe leben"

Dieser Artikel ist Teil der Familien-Themenwoche "Liebe leben", die vom Katholischen Medienverband initiiert wurde. Die Themenwoche, die von katholischen Medien in ganz Deutschland getragen wird und vom 20. bis 27. September 2015 stattfindet, will im Vorfeld der Bischofssynode im Vatikan auf die Synode und den Themenkomplex Ehe und Familie aufmerksam machen. Katholisch.de bildet auf einer Themenseite ausgewählte Inhalte der Themenwoche ab.

Heute werden im Zusammenhang mit der (religiösen) Erziehung die grundlegende Bedeutung einer gut gestalteten Beziehung zum Kind und die Vermittlung eines positiven Lebensgefühls sehr betont. Und wenn man den Fragen der Kinder angemessen begegnen will, ist unbedingt die Kompetenz und das eigene Wissen der Kinder mit einzubeziehen. "Hast du eine Idee, wie Gott aussehen könnte?", wäre zum Beispiel eine mögliche Rückfrage an das Kind. Nicht um einer eigenen Antwort zu entgehen, sondern um den vorhandenen Vorstellungen des Kindes Raum zu geben. Freilich möchte dann auch das Kind die Vorstellungen der Eltern hören.

Über den eigenen Glauben Bescheid wissen

Noch ein weiterer Punkt ist im Zusammenhang mit religiöser Erziehung wichtig. Wir werden immer mehr muslimische Menschen unter uns haben. Dann kommt es eben darauf an, über den eigenen christlichen Glauben Bescheid zu wissen. Die Kinder lernen außerdem über den interreligiösen Austausch gleichzeitig Toleranz und Nächstenliebe kennen, was auf der Werteebene sehr wichtig ist.

Im Kurs "Kess erziehen: Staunen - Fragen - Gott entdecken", den das Familienreferat in einigen Bistümern kostenlos anbietet, lernen Eltern und alle, die Kinder erziehen, den Fragen der Kinder zu begegnen und Anlässe zu Gesprächen über Gott und die Welt wahr zu nehmen. Kinder brauchen Halt, Bindung und Beziehung, damit sie stark, optimistisch und vertrauensvoll durchs Leben gehen und ein positives Lebensgefühl entwickeln können.

Der Autor

Josef Veit ist Pastoralreferent im Referat Ehe und Familie im Bistum Passau.

Von Josef Veit