Eine Familie mit Kindern während eines Gottesdienstes im Petersdom.
Franziskus reist im August nach Irland zum Weltfamilientreffen

Programm für Papstreise und Familientreffen steht

Im August soll in Dublin das bislang größte Weltfamilientreffen stattfinden. Nun wurde das Programm für das katholische Großevent vorgestellt. Darin findet sich sehr viel Franziskus wieder.

Von Kilian Martin |  Dublin/Bonn - 12.06.2018

Gut zwei Monate vor dem Beginn des neunten Weltfamilientreffens in Dublin haben die Organisatoren das Programm bekanntgegeben. Zugleich veröffentlichte der Vatikan am Montag detaillierte Informationen zur Reise von Papst Franziskus zum internationalen katholischen Familienfest. Demnach will der Pontifex insgesamt gut zwei Tage in Irland verbringen und dabei neben Dublin auch das Nationalheiligtum Knock Shrine besuchen.

Für das Treffen, das in diesem Jahr vom 21. bis zum 26. August stattfinden soll, rechnen die Organisatoren mit einer Rekordbeteiligung. Demnach haben sich bereits rund 30.000 Teilnehmer registriert, mehr als je zuvor bei einem Weltfamilientreffen. Mehr als 11.000 kämen aus dem Ausland, auch dies ein Rekord, hieß es am Montag bei einer Pressekonferenz. Insgesamt seien Menschen aus 103 Ländern vertreten. Man habe Programmpunkte für Jugendliche und Kinder ausgebaut, da diese ein Fünftel der registrierten Personen ausmachten, so die Veranstalter.

Tickets für Vortrag von Franziskus bereits vergriffen

Franziskus will zum vorletzten Tag des Treffens am Samstag, 25. August, vom Vatikan nach Dublin reisen. Nach offiziellen Gesprächen und zwei Besichtigungsterminen in der irischen Hauptstadt soll der Papst am Abend zum Weltfamilientreffen stoßen. Laut den Veranstaltern gibt es für das Familienfest im Dubliner Stadion "Croke Park", bei dem der Papst eine Ansprache halten soll, bereits keine Karten mehr. Allein zu dieser Veranstaltung werden Medienberichten zufolge rund 75.000 Menschen erwartet.

Am darauffolgenden Sonntag soll Franziskus auch der Abschlussmesse des Weltfamilientreffens, ebenfalls im Croke Park, vorstehen. Zuvor ist ein kurzer Ausflug ins westirische Knock und ein Besuch beim dortigen Marienheiligtum geplant. Nach dem Abschlussgottesdienst am Nachmittag und einem Treffen mit den irischen Bischöfen ist die Rückreise von Franziskus für den Abend geplant.

Papst Franziskus steigt in ein Flugzeug, um am 6. Juni 2015 nach Sarajevo zu reisen
Bild: © KNA

Gut zwei Tage lang will Papst Franziskus Ende August Irland besuchen, um in Dublin am Weltfamilientreffen teilzunehmen.

Während seines Aufenthalts in Irland könnte der Papst auch Opfer sexuellen Missbrauchs treffen, stellte Dublins Erzbischof Diarmuid Martin am Dienstag in Aussicht. Vor seiner Reise lasse Franziskus sich "mit Sicherheit" eingehend über die Geschichte von Missbrauch in katholischen Institutionen des Landes informieren. Zudem habe sich der Papst bei seinen Auslandsreisen immer wieder mit Missbrauchsopfern getroffen. Dies geschehe jedoch in der Regel "im Verborgenen, um die Anonymität dieser Menschen zu respektieren". Man werde dies auch in Irland so halten wollen, so Martin weiter. Der Erzbischof fügte hinzu, derzeit erhalte er im Schnitt täglich fünf Briefe von Menschen, die den Papst persönlich treffen wollten. "Missbrauchsopfer stehen hier mit Sicherheit ganz oben auf unserer Prioritätenliste", so Martin.

Martin, der als Dubliner Erzbischof zugleich Gastgeber des Treffens ist, hoffe zudem, dass die Begegnung in Dublin Familien "frische Inspiration, Hoffnung und Heilung" bringen werde. Der Besuch des Papstes komme gerade recht in einer Zeit, in der die Kirche "darum kämpft, einen neuen Platz in der irischen Gesellschaft und Kultur zu finden; einen, der sich von der dominanten Stellung der Vergangenheit unterscheidet".

Linktipp: Weltfamilientag streicht homosexuelle Paare aus Broschüre

Homosexuelle Paare seien beim Weltfamilientag in Dublin ausdrücklich willkommen, sagte Bischof Brendan Leahy noch im Oktober. Aus einer Info-Broschüre sind sie nun aber verschwunden - ohne Begründung. (Artikel von Januar 2018)

Inhaltlich wird sich das Weltfamilientreffen mit verschiedenen Aspekten des Apostolischen Schreibens "Amoris laetitia" von Papst Franziskus über Ehe und Familie befassen. Ein dreitägiger Pastoralkongress im Rahmen der Großveranstaltung dreht sich um die Bereiche Glaube, Liebe und Hoffnung im familiären Leben. Hauptredner sind die Kardinäle Donald Wuerl aus Washington, Vincent Nichols aus London und der Apostolische Nuntius in Syrien, Kardinal Mario Zenari. Bei den einzelnen Diskussionen und Vorträgen soll es etwa um das Glaubensleben innerhalb der Familie oder Hinweise zum Eheleben in den Schriften von Papst Franziskus gehen.

Auch Homosexuelle sind eingeladen

Auch die Situation Homosexueller in der Kirche findet sich im offiziellen Programm wieder. So soll etwa der US-Jesuit James Martin über eine offene Haltung gegenüber LGBT-Personen in den Gemeinden referieren. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Bischof von Limerick, Brendan Leahy, homosexuelle Paare ausdrücklich zur Teilnahme ermutigt. Im Januar hatte jedoch eine Neuauflage einer Broschüre zum Familientreffen für Irritationen gesorgt, aus der Bilder gleichgeschlechtlicher Paare entfernt wurden. Zu den Beweggründen für diesen Vorgang äußerten sich die Ausrichter bislang nicht.

Das erste Weltfamilientreffen wurde 1994 auf Initiative von Papst Johannes Paull II. (1978-2005) in Rom veranstaltet. Seither findet es alle drei Jahre statt. Veranstaltungsort 2015 war Philadelphia in den USA. Das Motto der diesjährigen Begegnung ist "Das Evangelium der Familie: Freude für die Welt". (Mit Material von KNA)

Von Kilian Martin