Kapelle auf Hügel mit Bergen im Hintergrund
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Schwester Benedikta über ihr Leben in der Einsiedelei

Schweizer Eremitin fühlt sich manchmal einsam

Schwester Benedikta lebt seit über einem Jahr in der Schweizer Verenaschlucht als Eremitin - einsam und allein. Vor dieser Entscheidung hat die gelernte Erzieherin viele Gespräche mit Geistlichen geführt, aber auch mit ihrem Mann und ihren Kindern.

Hamburg - 28.12.2015

Der Unterschied sei, dass sie mit all ihren Gefühlen "zuerst einmal vor Gott gehe", so Schwester Benedikta. "Ich weiche nicht ins TV-Programm aus, wenn ich mich einsam fühle. Ich lenke mich nicht ab, sondern gehe durch die Einsamkeit hindurch, halte sie aus." 

Die gelernte Erzieherin und Mutter von vier erwachsenen Kindern lebt seit eineinhalb Jahren in der Verenaschlucht. Dem Entschluss, Eremitin zu werden, seien viele Gespräche mit ihrem Mann und ihren Kindern, aber auch mit "anderen Christen, Priestern und Ordensleuten" vorausgegangen.

Lange Tradition der Einsiedelei St. Verena

Zu ihren Angehörigen halte sie regelmäßig Kontakt, sagte Schwester Benedikta. "Wir schreiben und telefonieren, meine Familie besucht mich auch in der Klause; wir sprechen miteinander, und ab und zu essen wir gemeinsam. Sie wissen, dass sie mit all ihren Anliegen zu mir kommen dürfen." Wenn jedoch ein Besucher der Einsiedelei für ein Seelsorgegespräch zu ihr komme, habe ihre eigene Familie keinen Vorrang.

Die Tradition eremitischen Lebens in der Einsiedelei St. Verena reicht mindestens bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts zurück. Der Lebensunterhalt der Einsiedler wird nach alter Gepflogenheit von der Bürgergemeinde Solothurn finanziert und betrug im vergangenen Jahr rund 2.000 Franken (Tageskurs: rund 1.850 Euro) im Monat. (KNA)