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Katholiken und Protestanten in Sachsen betonen Gemeinsamkeiten

Timmerevers für weitere Annäherung der Kirchen

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Dresden - Katholiken und Protestanten in Sachsen wollen sich verstärkt für eine ökumenische Annäherung engagieren. Nicht nur der Glaube an Christus sei verbindend, erklärten Vertreter der beiden Kirchen.

Katholiken und Protestanten in Sachsen wollen sich verstärkt für eine weitere Annäherung der Kirchen engagieren. In einem am Freitag veröffentlichten "Gemeinsamen Wort zum Reformationsgedenken 2017" rufen die beiden großen Kirchen dazu auf, "diesen Weg in großer Geduld, Beharrlichkeit und Sorgfalt weiterzugehen". Der evangelische Landesbischof Carsten Rentzing und der katholische Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers betonen in ihrer Erklärung, "dass uns der Glaube an Jesus Christus, das Hören auf Gottes Wort in der Heiligen Schrift und das sakramentale Band der Taufe zutiefst miteinander verbinden".

"Religiöse Sprachunfähigkeit gravierend"

"Wir leben in einer Region, in der weit über 70 Prozent der Menschen keiner Kirche angehören", räumen beide Bischöfe ein. "Die religiöse Sprachunfähigkeit ist gravierend." Diese "große Orientierungslosigkeit" zeige sich im Umgang mit anderen Religionen. Das Gedenken an 500 Jahre Reformation sei eine Möglichkeit, "Christen wie Nichtchristen" an den Kern der christlichen Botschaft zu erinnern: "die menschgewordene Liebe Gottes in seinem Sohn Jesus Christus zu uns Menschen und zu seiner Schöpfung".

Der zukünftige Landesbischof Carsten Rentzing im Porträt.
Carsten Rentzing ist am 31. Mai 2015 zum Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen gewählt worden.

Ebenfalls am Freitag eröffneten Rentzing und Timmerevers das weltweite Reformationsgedenkjahr mit einem ökumenischen Gottesdienst im Bautzener Sankt-Petri-Dom für Sachsen. Unter den Spitzenvertretern aus Staat, Kirchen und Gesellschaft war Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Der Bautzener Dom wird seit rund 500 Jahren von Katholiken und Protestanten gemeinsam genutzt. Damit ist er die älteste und zugleich größte Simultankirche Deutschlands.

Tillich: Mehr über Religion und Gesellschaft reden

Tillich rief beim anschließenden Festempfang laut vorab verbreitetem Manuskript dazu auf, verstärkt über Religion und Gesellschaft zu reden: "Heute ist Religion in Deutschland - verkürzt gesagt - keine staatliche, aber eine öffentliche Angelegenheit." Er mahnte, die Religionsfreiheit zu schützen und zu achten. "Suchen wir also immer wieder das Verbindende und nicht das Trennende - als Christen untereinander, mit Andersgläubigen, aber auch mit Nichtgläubigen", so der Ministerpräsident. Zugleich betonte Tillich: "Die Kirchen leisten einen großen Beitrag für die Menschen in unserem Land, für unser Zusammenleben und unsere Gesellschaft." Er sei bei aller Trennung von Staat und Kirche immer wieder dankbar für die Zusammenarbeit: "Sie ist sehr gut, sie ist vielfältig und fruchtbar." (KNA)

Linktipp: Kardinal Marx dankbar für Impulse der Reformation

Gottes Wort in die Sprache der Menschen zu übersetzen sei den Reformatoren gelungen, sagte Kardinal Marx einem Magazin. Auch für eine andere Entwicklung zeigte er sich dankbar.

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