Titel der Umweltenzyklika verkündet
Lehrschreiben heißt "Laudato si" nach dem Sonnengesang des heiligen Franziskus

Titel der Umweltenzyklika verkündet

Seit Tagen spekulierten die Medien, nun ist es offiziell: Der Titel der Umweltenzyklika von Papst Franziskus heißt "Laudato si". Außerdem wurde bekannt, dass an der Präsentation des Lehrschreibens nächste Woche Donnerstag auch ein Deutscher beteiligt ist.

Vatikanstadt - 10.06.2015

Der italienische Titel der Enzyklika ist dem Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi (1181/82-1226) entlehnt, dem bekanntesten Gebet des Gründers des Franziskanerordens. Darin geht es um das Lob Gottes durch die Schöpfung.

Nur wenige Enzykliken mit nichtlateinischem Titel

Der Titel einer Enzyklika ergibt sich in der Regel aus ihren Anfangsworten in lateinischer Sprache. Seit der Einführung dieses Dokumententyps Mitte des 18. Jahrhunderts hatten bislang nur vier Enzykliken einen nichtlateinischen Titel. Unter ihnen ist die Enzyklika "Mit brennender Sorge", mit der sich Pius XI. (1922-1939) 1937 gegen die Nationalsozialisten wandte, und die Enzyklika "Non abbiamo bisogno" ("Wir haben nicht nötig"), mit der sich der gleiche Papst zuvor 1931 gegen die Drangsalierung katholischer Vereine durch die italienischen Faschisten gewandt hatte.

Papst Franziskus bei der wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz

Über "Laudato si" als Titel der ersten eigenen Enzyklika von Franziskus war schon in der vergangenen Woche spekuliert worden. Der Direktor der vatikanischen Druckerei, Giuseppe Costa, hatte ihn am Rande eine Veranstaltung in Neapel verraten.   

Deutscher Klimaforscher präsentiert Enzyklika

Ebenfalls am Mittwoch wurde bekannt, dass die Präsentation der Enzyklika im vatikanischen Pressesaal unter deutscher Beteiligung stattfindet. Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber stellt das Schreiben zusammen mit Kardinal Peter Turkson, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, und dem griechisch-orthodoxen Metropoliten von Pergamon, Ioannis Zizioulas, vor. Franziskus will mit seiner Enzyklika nach eigenen Angaben auch einen Beitrag zur Weltklimakonferenz leisten, die ab Ende November in Paris stattfindet.

Der 65-jährige Schellnhuber zählt zu den renommiertesten Klimaforschern weltweit. Der Physiker ist unter anderem Co-Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen sowie Mitglied des Weltklimarates. 1992 gründete er das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, das er auch als Direktor leitet. Ende April gehörte Schellnhuber zu den Vortragenden einer Klimaschutzkonferenz, die im Vatikan veranstaltet wurde. (gho/KNA)