Der Würzburger Weihbischof Ulrich Boom im Porträt
Domkapitel wählt Weihbischof Ulrich Boom zum Diözesanadministrator

Übergangsleiter für das Bistum Würzburg gefunden

Seit Montag ist der Bischofsstuhl in Würzburg offiziell vakant. Für den Übergang hat das Domkapitel nun einen Nachfolger für den emeritierten Bischof Friedhelm Hofmann gewählt.

Würzburg - 21.09.2017

Weihbischof Ulrich Boom wird das Bistum Würzburg nach dem altersbedingten Rücktritt von Bischof Friedhelm Hofmann übergangsweise leiten. Das Domkapitel hat den 69-Jährigen am Donnerstag zum Diözesanadministrator gewählt und dieser die Wahl akzeptiert, wie das Bistum mitteilte. Papst Franziskus hatte Hofmanns Rücktritt am Montag offiziell angenommen. Einen Tag zuvor hatte der Apostolische Nuntius, Erzbischof Nicola Eterovic, die Entscheidung des Papstes bereits bei den Feierlichkeiten zu Hofmanns 25-jährigem Bischofsjubiläum verraten.

Boom wurde am 25. September 1947 im münsterländischen Alstätte geboren. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie in München, Münster und Würzburg empfing er im Februar 1984 die Priesterweihe im Würzburger Kiliansdom. Nach einer mehr als 20-jährigen Tätigkeit als Pfarrer ernannte ihn Papst Benedikt XVI. 2008 zum Weihbischof. Boom, selbst leidenschaftlicher Pilger, war der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für die Durchführung des von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahrs der Barmherzigkeit.

Boom bestimmt Ständigen Vertreter

Boom hatte die Leitung des Bistums als dienstältester - und einziger - Weihbischof mit dem Rücktritt Hofmanns zunächst automatisch übernommen. Seine heutige Wahl zum Diözesanadministrator in Würzburg bedarf keiner Bestätigung von Seiten des Vatikan. Nach dem Kirchenrecht kann für die Wahl nur jemand gültig bestellt werden, der Priester und mindestens 35 Jahre alt ist. Außerdem muss er sich "durch Wissen und Klugheit auszeichnen". Der Diözesanadministrator besitzt gemäß Kirchenrecht zudem alle Rechte und Pflichten eines Bischofs, darf jedoch nichts verfügen, was in die Rechte eines neuen Bischofs eingreifen könnte – so etwa das Errichten oder Auflösen von Pfarreien.

Zur Unterstützung seiner Leitungstätigkeit kann der Diözesanadministrator zudem einen Ständigen Vertreter bestellen. Boom hat sich für den ehemaligen Generalvikar Thomas Keßler (62) entschieden, wie das Bistum mitteilte. Dessen Amt war mit dem Rücktritt Hofmanns automatisch erloschen. Keßler übernimmt seine Aufgabe wie Boom bis zur Ernennung eines neuen Bischofs. (bod)