Das Kapitol, der Sitz von Senat und Repräsentantenhaus, in Washington.
Katholiken mit ausgeglichenem Wahlverhalten

US-Kongress-Wahlen: Häufige Kirchgänger wählen republikanisch

Evangelikale wählen Trumps Partei, Katholiken wählen ausgeglichen, und der Kirchgang hängt mit der Wahlentscheidung zusammen: Religion prägt bei den US-Kongresswahlen das Wahlverhalten – und eine prominente Lokalpolitikerin ist ihr Amt los.

Washington - 07.11.2018

US-Katholiken haben bei den Kongresswahlen zu annähernd gleichen Teilen Demokraten und Republikaner gewählt. Bei einer Nachwahlbefragung des Fernsehsenders CNN gaben 50 Prozent der Katholiken an, Demokraten gewählt zu haben, 49 Prozent stimmten für die Republikaner.

Nur unter den Protestanten konnte die Partei des Präsidenten Donald Trump mit 56 Prozent eine deutliche Mehrheit erlangen, während die Demokraten von 79 Prozent der jüdischen Wähler, 73 Prozent der Wähler, die anderen Religionsgemeinschaften angehören, sowie 70 Prozent der Bekenntnislosen gewählt wurden. Unter den Protestanten haben vor allem weiße Christen, die sich als evangelikal oder "born again" verstehen mit 75 Prozent für die Republikaner gestimmt. Auch bei der Häufigkeit des Kirchgangs zeigen sich Unterschiede zwischen den Parteien: Republikaner wurden vor allem von Menschen gewählt, die monatlich oder häufiger einen Gottesdienst besuchen (55 Prozent), während seltenere Kirchgänger zu 65 Prozent die Demokraten wählten.

Bei den sogenannten "Midterm elections", die zwischen zwei Präsidentschaftswahlen liegen, wurden alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 35 der 100 Senatoren neu gewählt. Während die Demokraten nun die Mehrheit der Sitze im Repräsentantenhaus halten, konnten die Republikaner ihre Führung im Senat ausbauen. Neben den bundesweiten Wahlen standen auch Abstimmungen über Gouverneursposten, regionale und lokale Ämter und Volksabstimmungen auf den Wahlzetteln.

Homoehe-Gegnerin Kim Davis verliert ihren Posten

Im Landkreis Rowan County in Kentucky hat die Republikanerin Kim Davis ihre Wiederwahl zur "County Clerk", zur obersten Standesbeamtin des Landkreises, gegen ihren demokratischen Herausforderer Elwood Caudill Jr.verloren. Davis wurde als Gegnerin der gleichgeschlechtlichen Ehe bekannt. Die Christin, die einer Bewegung der Pfingstbewegung angehört, hatte sich mehrfach gerichtlichen Anordnungen widersetzt, gleichgeschlechtlichen Paaren eine Eheschließung zu ermöglichen. Beim US-Papstbesuch 2015 traf Davis zusammen mit ihrem vierten Ehemann wohl auf Vermittlung des damaligen Nuntius Carlo Maria Viganò mit Franziskus zusammen.

CNN hat für seine Nachwahlbefragung Antworten von insgesamt 18.778 zufällig ausgewählten Wählern gesammelt. Neben Befragungen an Wahllokalen wurden auch Telefoninterviews mit Wählern geführt, die etwa per Briefwahl vor dem Wahltag abgestimmt hatten. (fxn)

Korrektur, 8. November 2018, 13.40 Uhr: Ursprünglich wurde vermeldet, Kim Davis gehöre der neuapostolischen Kirche an. Richtig ist: Sie gehört dem "New Apostolic Movement" an, einer Bewegung innerhalb der Pfingstbewegung. /fxn