US-Regierung verweigert Kirchen Hilfsgelder
Drei texanische Gemeinden haben die US-Katastrophenschutz-Behörde "Federal Emergency Management Agency" (FEMA) wegen Diskriminierung verklagt. Wie die katholische Nachrichtenseite "Crux" am Donnerstag berichtete, waren die Kirchengebäude der Gemeinden beim Hurrikan "Harvey" im August schwer beschädigt worden, die FEMA verweigerte jedoch finanzielle Unterstützung beim Wiederaufbau. Seit den 1990er-Jahren schließt die Behörde Gotteshäuser vom Erhalt von Hilfsgeldern grundsätzlich aus. Diesen Umstand wollen die drei Gemeinden gemeinsam mit der religiösen Non-Profit-Organisation "Becket" nun per Klage ändern.
Zeit, den Helfern zu helfen
Nach den derzeitigen Richtlinien der FEMA sind Einrichtungen, "die für religiöse Aktivitäten gegründet oder primär genutzt werden, nicht förderungswürdig". Zu diesen Aktivitäten zählen laut der Behörde "Gebet, Bekehrung, religiöse Unterweisung oder das Sammeln von Geldern, die einer religiösen Institution und nicht der Gesellschaft als Ganzer zukommen". In der Klage wird nun angeführt, dass die Kirchen neben religiösen auch zahlreiche weitere Dienstleistungen für die Gesamtgesellschaft anbieten würden. So hätten die drei Gemeinden jüngst alleine 8.000 Mahlzeiten für Opfer des Hurrikans bereitgestellt.
"Gotteshäuser stehen bei der Katastrophenhilfe an vorderster Front", sagte Daniel Blomberg von der Organisation Becket, die in dem Fall Hauptkläger ist. Es mache also keinen Sinn, dass die FEMA Kirchen weiterhin diskriminiere. "Es ist Zeit, den Helfern zu helfen", so Blomberg. Die Becket-Anwälte hoffen laut "Crux" in dem Fall auf eine schnelle Entscheidung. Betroffene können bei der FEMA maximal 30 Tage nach dem Bekanntwerden einer Naturkatastrophe einen Antrag auf Hilfsgelder stellen. Das Territorium, auf dem die drei Kirchengemeinden liegen, wurde am 27. August zum Katastrophengebiet erklärt. Damit bleiben weniger als drei Wochen für eine Entscheidung.
Insgesamt werden die Zerstörungen durch "Harvey" auf 190 Milliarden Dollar geschätzt. Der Bundesstaat Texas ist am stärksten von den Flutschäden betroffen. (tmg)