Vatikan erkennt Dachau-Häftling als Märtyrer an
Bild: © Marianhill
Seligsprechung von Engelmar Unzeitig steht nichts mehr im Weg

Vatikan erkennt Dachau-Häftling als Märtyrer an

Der Vatikan hat den im Konzentrationslager Dachau gestorbenen Geistlichen Engelmar Unzeitig (1911-1945) als Märtyrer anerkannt. Der Seligsprechung des Mariannhill-Missionars aus dem Sudetenland steht damit nichts mehr im Weg.

Vatikanstadt - 22.01.2016

In weiteren neun Verfügungen der Kongregation wurde auch dem bereits als Märtyrer bestätigten seligen Mexikaner Giuseppe Sanchez del Rio (1913-1928) ein Wunder zuerkannt. Er war während der mexikanischen Christenverfolgung im Alter von 14 Jahren aus Hass gegen den Glauben erschossen worden.

"Ich freue mich, dass Pater Engelmar Unzeitig jetzt bald seliggesprochen wird", kommentierte der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann die Nachricht aus Rom. Er sei ein weiterer Zeuge, der in schwieriger Zeit für den Glauben eingestanden habe, "und ist somit auch für die Christen von heute bahnbrechend", erklärte der Bischof am Freitag in Würzburg. Er freue sich darauf, dass nach Pfarrer Georg Häfner innerhalb weniger Jahre ein weiterer Glaubenszeuge im Würzburger Kiliansdom seliggesprochen werde. Der genaue Termin stehe aber bislang noch nicht fest.

25 Jahre bis zur Seligsprechung

Mit der Seligsprechung endet das Verfahren, das 1991 als Bekennerprozess vom damaligen Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele eröffnet wurde. Im Jahr 2009 erkannte Papst Benedikt XVI. Unzeitig den heroischen Tugendgrad zu und erklärte ihn zum verehrungswürdigen Diener Gottes. Im September 2011 eröffnete Bischof Hofmann ein zusätzliches Verfahren zur Prüfung des Martyriums Unzeitigs. Abgeschlossen wurde dieses vonseiten der Diözese im Mai 2012 und zur Prüfung der römischen Selig- und Heiligsprechungskongregation übergeben.

Unzeitig wurde 1939 in Würzburg zum Priester geweiht. Nach einer Predigt, in der er sich für die Rechte der Juden einsetzte, wurde er 1941 im Böhmerwald von der Gestapo festgenommen. Nach sechs Wochen Haft im österreichischen Linz wurde der Pater nach Dachau überstellt, wo aufgrund einer Verfügung des Reichsführers der SS, Heinrich Himmler, rund 2.800 Priester interniert waren. Dort steckte er sich bei der Pflege von Typhuskranken an und starb am 2. März 1945. (bod/KNA)