Kolumbianische Bürger feiren die Verkündigung des Friedens zwischen Regierung und Rebellen.
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin reist nach Cartagena

Vatikan-Vertreter bei Abschluss von Friedensvertrag

Nach langen Verhandlungen haben sich Regierung und Rebellen in Kolumbien auf einen Friedensvertrag geeinigt. Zur Unterzeichnung in der kommenden Woche wird auch der "zweite Mann" des Vatikan erwartet.

Vatikanstadt - 19.09.2016

Der Vatikan entsendet zur Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerilla-Organisation FARC am 26. September seinen obersten Diplomaten. Wie das vatikanische Presseamt am Montag mitteilte, reist Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, der zweite Mann im Vatikan nach dem Papst, zu der Zeremonie in die Stadt Cartagena.

Im August hatten Regierung und FARC nach mehrjährigen Verhandlungen erfolgreich ihre Friedensgespräche auf Kuba abgeschlossen. Nach der Unterzeichnung soll Anfang Oktober eine Volksabstimmung über die Verhandlungsergebnisse folgen. Damit wäre ein jahrzehntelanger Konflikt offiziell beendet, der über 250.000 Menschen das Leben kostete und zu mehr als sechs Millionen Binnenflüchtlingen führte.

Vatikan will sich nicht an Friedensprozess beteiligen

Der Vatikan lehnte jüngst das Ansinnen der Konfliktparteien ab, sich direkt am weiteren Friedensprozess in Kolumbien zu beteiligen. Papst Franziskus begrüße zwar den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen. Jedoch wolle er keinen Gesandten für ein Komitee benennen, das die Richter eines Sondergerichts im Rahmen des Friedensprozesses nominieren soll. Mit Blick auf den universalen Auftrag der katholischen Kirche und den Charakter des Papstamtes sollten andere Parteien damit betraut werden, teilte der Vatikan Ende August mit. Franziskus will nach Angaben der nationalen Bischofskonferenz im kommenden Jahr Kolumbien besuchen. (KNA)

Linktipp: "Jetzt geht es um den Frieden"

Ein Durchbruch, der für Jubel sorgt: Kolumbiens Regierung hat sich mit den FARC-Rebellen auf einen Friedensvertrag geeinigt. Die Kirche im Land warnt jedoch vor allzu großer Euphorie.