Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fuad Twal, beim Einzug in Bethlehem.
Patriarch Twal: Nachfolger muss Reform "ohne Zögern" angehen

Warnung vor unpopulären Aufgaben

Der neuernannte Administrator des Lateinischen Patriarchats, Pierbattista Pizzaballa, steht nach Worten seines Vorgängers Fouad Twal vor unpopulären Aufgaben. Pizzaballa müsse dringend Reformen umsetzen.

Jerusalem - 04.07.2016

Es sei ein Gewinn, dass Pizzaballa nach seiner zwölfjährigen Amtszeit als Franziskanerkustos und damit Oberster Hüter der Heiligen Stätten im Heiligen Land mit den "Herausforderungen und Problemen der Kirche im Heiligen Land" vertraut sei, betonte der 75-jährige Twal. Eine wichtige Stärkung könne zudem sein, wenn es Pizzaballa gelänge, das Vertrauen der Priester zu gewinnen. Mit Blick auf die gegenwärtige schwierige Realität des Nahen Ostens wünsche er sich vom neuen Administrator den "Mut, die Wahrheit zu sagen, nicht mehr und nicht weniger".

Problematisch könnten nach Einschätzung des Jordaniers für seinen Nachfolger "die arabische Sprache, die orientalische Mentalität und die pastoralen Aktivitäten" werden. "Es wird definitiv einfacher, die Schwächen der Verwaltung zu heilen als die pastorale Sorge für die arabischen Gläubigen zu bewerkstelligen", so Twal wörtlich. Über seine eigene, achtjährige Amtszeit als Patriarch von Jerusalem sagte Twal, er habe sich "oft einsam vor einer Entscheidung gefühlt", obwohl er von einer Menge von Menschen umgeben gewesen sei.

Papst Franziskus hatte am 24. Juni den altersbedingten Rücktritt Twals angenommen und gleichzeitig die Ernennung Pizzaballas zum Apostolischen Administrator bekannt gegeben. Pizzaballa, der am 10. September in Bergamo zum Erzbischof geweiht wird, tritt sein Amt offiziell am 15. Juli an. (KNA)

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Kaum weg aus dem Heiligen Land, bekommt er dort schon einen neuen Posten: Pierbattista Pizzaballa ist seit Freitag der höchstrangige katholische Kirchenvertreter in Jerusalem.