Papst Franziskus fährt mit seinem Papamobil durch eine Menschenmenge.
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Papstberater sehen Spannungen in Argentinien als Grund

Warum reist Franziskus nicht in seine Heimat?

Er war schon in Paraguay, Bolivien und Brasilien - im September geht es nach Kolumbien. Nur sein Heimatland Argentinien scheint Franziskus in Lateinamerika zu meiden. Doch dafür gibt es einen Grund.

Bonn - 19.08.2017

Trotz der regen Reisetätigkeit des Papstes gehen enge Berater nicht davon aus, dass Franziskus bald in seine Heimat Argentinien reist. Grund dafür seien aktuelle Spannungen und eine politische Polarisierung des Landes, sagte Franziskus' Neffe, der argentinische Ordensmann  und Theologieprofessor Jose Luis Narvaja (51) jetzt dem argentinischen Internetportal Infobae.com. Bei einem Besuch in Argentinien könnten die verschiedenen politischen Lager versuchen, Franziskus für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. "Daran hat der Papst kein Interesse", so  Narvaja. "Er setzt sich mit Worten und Taten für die Einheit ein - die Suche nach Einigkeit. Aber wir bemühen uns nicht um Einigkeit".

Im September nach Kolumbien

Ähnlich äußerte sich der Rektor der Päpstlich-Katholischen Universität Argentiniens (UCA): Der Papst fürchte, dass seine Präsenz benutzt werden könnte, um die Spaltung noch zu verschlimmern, Erzbischof Victor Manuel Fernandez, im Interview der Zeitung "La Voz del Interior".

Bisher ist Franziskus in seinem Pontifikat viel gereist – sei es in Europa, Asien, den USA, Mittel- oder Lateinamerika. Er war schon Ecuador, Paraguay, Bolivien und Brasilien. Die nächste Reise führt den Pontifex im September nach Kolumbien. Chile und Peru sind im Januar 2018 das Ziel. (gho/KNA)

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Als Oberhaupt der katholischen Kirche absolviert Papst Franziskus regelmäßig Reisen innerhalb Italiens und in andere Länder. Diese Themenseite bündelt die Berichterstattung von katholisch.de zu den Reisen des Heiligen Vaters.