Wird Macron Ehrenkanoniker in der Lateranbasilika?
Frankreichs neuer Staatspräsident Emmanuel Macron hat eine Einladung in die römische Bischofskirche des Papstes erhalten. Wie die Zeitschrift "Famille chretienne" (Dienstag) berichtet, haben die Verantwortlichen der Lateranbasilika Macron eingeladen, seine Würde als Ehrenkanoniker dort anzunehmen.Dem französischen Präsidenten steht dieser Titel historisch zu. Wie andere Medien zuvor spekuliert "Famille chretienne", der Jesuitenschüler Macron, der sich selbst als Agnostiker bezeichnet, könnte das Ehrenamt auch annehmen.
Das Oberhaupt des französischen Staates hat dieses Privileg seit 1604. Es ist verbunden mit dem Recht, hoch zu Ross in die Kirche einzureiten. Der Papst hatte dies damals König Heinrich IV. zugestanden - nach dessen Übertritt vom Protestantismus zum Katholizismus und einer hohen Spende für die königliche Abtei an der Basilika.
Im Gegenzug verpflichtete sich die Bischofskirche des Papstes, jedes Jahr den 13. Dezember, den Geburtstag des Königs, zu feiern. Die Messintention zu diesem Tag lautet auch heute noch "pro felici ac prospero Galliae status" ("für das Glück und den Wohlstand Frankreichs"). Seit 1957 haben drei Staatsoberhäupter - Georges Pompidou, Francois Mitterrand und Francois Hollande - auf die Annahme des Titels verzichtet. Nicolas Sarkozy hingegen reiste dafür 2007 nach Rom.
Drei Wochen nach der Wahl Macrons feiert die französische Gemeinde Roms am Sonntag eine Messe zu Ehren des neuen Staatspräsidenten. Der Gottesdienst in Saint-Louis-des-Francais soll von Bischof Jean Lafitte, dem Regionalprälaten des Souveränen Malteserordens, geleitet werden. Auch das Diplomatische Corps nimmt teil. (KNA)