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Langendörfer bleibt Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz

Zuarbeiter, nicht Entscheider

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Pater Hans Langendörfer spricht in ein Mikrofon.
Bonn - Erst Kardinal Karl Lehmann , dann Erzbischof Robert Zollitsch und jetzt Kardinal Reinhard Marx. Der Vorsitz in der Deutschen Bischofskonferenz wechselt, der Sekretär bleibt: Hans Langendörfer. Am Mittwoch wurde er auf Vorschlag des neuen Vorsitzenden von den Bischöfen wiedergewählt.

Seit 1996 leitet der 62-jährige Jesuit das Sekretariat in der Bonner Kaiserstraße und ist damit Chef von rund 130 Mitarbeitern. Den Apparat, sagen Insider, habe der hochgewachsene, schlaksig wirkende Rheinländer im Griff. Fast zwei Jahrzehnte arbeitet Langendörfer dem jeweiligen Vorsitzenden zu, plant jährlich die beiden Vollversammlungen der Bischöfe und ist ein wichtiges Scharnier im nicht immer geräuschlosen Gefüge der katholischen Kirche. Dabei droht ihm in dem mitunter undankbaren Job die Gefahr, selbst zwischen die Stühle von Bewahrern und Erneuerern zu geraten.

Langendörfer sitzt auch im Aufsichtsrat von Weltbild

"Ein Sekretär", beschreibt Langendörfer seine Situation, "muss an erster Stelle wissen und bejahen, dass er Zuarbeiter und nicht Entscheider ist." Doch das heißt nicht, dass der Ordensmann nur Beschlüsse anderer ausführen muss. Als Sekretär ist er zugleich auch Geschäftsführer des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD), der für überdiözesane Finanzplanung und die Beteiligungen an überdiözesanen Unternehmen zuständig ist. Zudem begleitet er die Arbeit der Kommissionen der Bischofskonferenz und hält Kontakte zu Verbänden und Vereinen. Der Jesuit gehört dem ZDF-Fernsehrat an und sitzt im - inzwischen durch einen Insolvenzverwalter weitgehend aus der Verantwortung genommenen - Aufsichtsrat der Verlagsgruppe Weltbild.

Langendörfers letzte Amtszeit war davon geprägt, den Skandal um sexuellen Missbrauch aufzuarbeiten. An die Öffentlichkeit gebracht hatte die Debatte 2010 ein anderer Jesuit: Klaus Mertes, damals Chef einer Ordensschule in Berlin. Langendörfer wird bescheinigt, einen guten Job gemacht zu haben, wenngleich ihm ein Teil der Verantwortung am Scheitern der Zusammenarbeit mit dem Hannoveraner Kriminologen Christian Pfeiffer zugeschrieben wird.

Der sollte eine wissenschaftliche Studie zum Missbrauch erstellen. Das Projekt lief schief, man sah sich später im ARD-Talk bei "Beckmann" wieder. Doch dass die Bischofskonferenz zu einer Strategie der Aufarbeitung fand, Leitlinien für den Umgang mit Tätern verschärfte, ein Präventionskonzept verabschiedete und als erste gesellschaftliche Organisation eine Entschädigung beschloss, ist auch Langendörfers Verdienst.

Generalkoordinator für Papstbesuch in Deutschland

Als hätte er nicht schon genug zu tun, bekam er 2011 einen weiteren wichtigen Job: Als "Generalkoordinator" kümmerte er sich um den Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. Auch dieses Engagement dürfte dazu beitragen haben, dass ihn Zollitsch bei der Feier zum 60. Geburtstag einen "Problemlöser" mit Gottvertrauen und Überblick nannte.

Der Jesuit, der als einfühlsamer Seelsorger und gewandter Prediger gilt, sei "ein Denker, ein Abwägender und vor allem einer, der Antworten auf Fragen gibt und - immer wohldurchdacht und nie mit einem Schnellschuss verbunden - eine Lösung für Probleme findet". Bei alledem hilft dem Bonner, Debatten und Problemen "durch Humor überzogenen Ernst zu nehmen". Das ermögliche Gelassenheit und sorge für richtige Gewichtungen, so der Mann, der sich als "Dienstleister aller Bischöfe" sieht.

In Bonn geboren

Langendörfer wurde 1951 in Bonn geboren und trat 1972 in den Jesuitenorden ein. Nach dem Studium der Philosophie, Politik und Theologie in München und Frankfurt empfing er 1979 die Priesterweihe. Von 1981 bis 1986 war er Assistent im Projekt "Ethische Probleme der Sicherheitspolitik" an der Uni Bonn und promovierte über "Atomare Abschreckung und kirchliche Friedensethik". Von 1987 bis 1989, zu Zeiten Helmut Kohls, arbeitete er im Bundeskanzleramt und wurde Leiter des "Foyers der Jesuiten" in Bonn, eine Art katholischer Denkfabrik. Nun denkt Langendörfer erst einmal in der Kaiserstraße weiter.

Von Michael Jacquemain (KNA)

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