Ein mit Blumen geschmückter Sarg ist in der Begräbniskapelle aufgestellt

An der Seite der Trauernden

Im Bistum Aachen leiten Laien im Auftrag des Bischofs Begräbnisse. Hans Waerder ist einer von ihnen.

Von Janina Mogendorf |  - 06.01.2015

Frage: Herr Waerder, seit neun Jahren leiten Sie als Laie Beerdigungen in Ihrer Gemeinde. Wie kam es dazu?

Waerder: Ich war schon lange Jahre in der Gemeinde aktiv und hatte seit 1985 Wortgottesdienste geleitet. Als unser Pfarrer mich 1999 fragte, ob ich bereit wäre, die Aufgabe eines Begräbnisleiters zu übernehmen, sagte ich nach einigen Überlegungen zu. Nach einem Vorbereitungskurs beauftragte mich der Bischof von Aachen im Februar 2001 mit dem Dienst.

Frage: Sie haben einige Zeit nachgedacht - wieso haben Sie sich letztlich für diese Aufgabe entschieden?

Waerder: Ich halte es für wichtig, dass die Gemeinde vor Ort für Menschen in der Grenzsituation des Trauerns um einen Verstorbenen präsent ist. Bei immer weniger Priestern und auch nur begrenzt vorhandenem pastoralen Personal ist es für mich ganz wichtig, dass wir unserer Aufgabe, die Toten zu begraben und die Trauernden zu trösten, als Gemeinde nachkommen. Im Trauerfall müssen Menschen da sein, die in der Gemeinde bekannt sind und so auf die Familien gut zugehen können.

Frage: Was gibt Ihnen die Arbeit mit Trauernden?

Waerder: Bei Trauergesprächen lerne ich viele verschiedene Familien kennen. Menschen mit sehr unterschiedlichem Glaubenshintergrund und Menschen, die in unterschiedlichen sozialen Verhältnissen leben. Der Umgang mit der Trauer ist sehr verschieden und es entwickeln sich oft sehr gute Gespräche, die über das hinausgehen, was die momentane Trauersituation und die Gestaltung des Begräbnisses betreffen. Die Gespräche mit den Menschen, die Vorbereitung des Trauergottesdienstes und der Beerdigung bringen mich immer wieder dazu, mich selbst mit Tod und Trauer auseinanderzusetzen. Ich beschäftige mich intensiv mit unserem Glauben und vor allem mit der durch den Glauben an Jesus Christus begründeten Hoffnung.

Frage: Welche Rückmeldungen erhalten Sie bei der Begleitung von Trauernden?

Waerder: Die Reaktion der Trauernden war von Anfang an positiv, auch wenn es für viele zunächst noch ungewohnt war, dass Laien beerdigen. Meine Erfahrung deckt sich im Übrigen mit dem, was andere Begräbnisleiter in der Region Mönchengladbach erleben. Bei unseren regelmäßigen Treffen berichten eigentlich alle davon, dass dieser Dienst voll akzeptiert ist und die Rückmeldungen sehr positiv sind.

Hans Waerders Gemeinde

Die Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt Meerkamp liegt am Stadtrand von Mönchen- gladbach und gehört mit drei weiteren Pfarren zur Groß- gemeinde Giesenkirchen-Mülfort. In der Großgemeinde leben rund 14.500 Katholiken, sie wird von einem Pfarrer betreut. In der kleinen Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt mit etwa 2.600 Katholiken gibt es kein weiteres hauptamtliches pastorales Personal.

Von Janina Mogendorf