Schachfigur
Anian Wimmer über das Weltfamilientreffen in Philadelphia

Wo sind die deutschen Pilgergruppen?

Anian Wimmer über das Weltfamilientreffen in Philadelphia

Von Anian Christoph Wimmer  |  Bonn - 22.09.2015

Was haben Papst Franziskus, Hollywood-Star Mark Wahlberg, die Sängerin Aretha Franklin und über eine Million Katholiken, Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus rund 150 Nationen gemeinsam? Sie werden zum Weltfamilientreffen 2015 erwartet.

Heute beginnt diese Großveranstaltung vom Rang eines Weltjugendtages in Philadelphia. Das Treffen ist Hauptgrund der Reise des Heiligen Vaters in die USA: Zwei seiner gut vier Tage Aufenthalt wird er dort verbringen. Tägliche Messen, Katechesen, Andachten sind Schwerpunkte eines enormen Programms für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Mit dabei sind Hirten, Priester, Ordensleute – vor allem aber Laien. Nicht nur prominente Katholiken wie Mark Wahlberg, sondern auch ganz normale Familien aus aller Welt, wie etwa die Bourkes aus der Diözese Darwin in Australien: Matthew und Catherine reisen mit ihren vier Kindern als Teil einer Pilgergruppe auf die andere Seite der Welt.

Leider wenig präsent scheint dagegen ausgerechnet der deutschsprachige Teil der Kirche. Für Familienbischof Heiner Koch reist stellvertretend zwar Weihbischof Wilfried Theising. Aus Österreich zudem der St. Pöltener Ortsbischof Klaus Küng, der auch ein renommierter Familienbischof ist. Und natürlich: Der Zeitpunkt ist für die Kirche in Deutschland ungünstig. Unsere Bischöfe tagen ja zur gleichen Zeit in Fulda.

Aber unsere Kirche besteht nicht nur aus Oberhirten, oder? Wo sind etwa die Pilgergruppen aus deutschen Diözesen?

Einerseits finde ich es einfach schade, dass dieses Familientreffen nicht viele deutsche Geschwister am Tisch hat. Andererseits werden vom Weltfamilientreffen diesmal besonders wichtige Impulse ausgehen: Es findet wenige Tage vor Beginn der gerade bei uns so viel diskutierten Familiensynode statt. Papst Franziskus hat im Programm extra ein Treffen mit Bischöfen eingeplant. Auch in dieser Hinsicht wären mehr deutsche Stimmen wünschenswert gewesen.

Der Autor

Anian Christoph Wimmer ist ein deutsch-australischer Journalist

Diskutieren Sie mit!

Diskutieren Sie über diesen Standpunkt und das Thema auf unserem Facebook-Auftritt.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von katholisch.de wider.

Von Anian Christoph Wimmer