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Konsekrierte Hostien vor Kapelle in Gersthofen bei Augsburg gelegt

Kapelle bleibt nach schwerer Schändung geschlossen

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Kapelle St. Emmeram in Gersthofen
Gersthofen - Ein Unbekannter brach in die Kapelle St. Emmeram bei Augsburg ein; aber nicht um zu stehlen, sondern um die konsekrierten Hostien zu schänden. Bischof Zdarsa ließ die Kapelle daher umgehend schließen.

Nach einer schweren Schändung der Kapelle St. Emmeram im bayerisch-schwäbischen Gersthofen hat der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa bis auf weiteres alle Gottesdienste dort untersagt. Die Kapelle bleibe geschlossen, bis "die Schändung durch den Bußritus nach Maßgabe der liturgischen Bücher behoben ist", teilte das Bistum bereits am vergangenen Freitag mit. Damit folge der Bischof einer Bestimmung des Kirchenrechts für solche Fälle.

Der genaue Termin für den Ritus stehe noch nicht fest, sagte der Gersthofener Pfarrer Ralf Gössl am Montag gegenüber katholisch.de. Die Kapelle werde aber mehrere Wochen geschlossen bleiben. Die Zeit solle als eine Art "Bußzeit" noch einmal verdeutlichen, um was für einen erheblichen Vorfall es sich handelt, so Gössl.

Laut Polizeibericht hat ein Unbekannter die Zugangstür von St. Emmeram irgendwann zwischen dem 22. und 27. Juni aufgebrochen. Gestohlen wurde aus der Kapelle allerdings nichts, obwohl sich der Täter wohl in ihr aufhielt, heißt es in der Erklärung des Bistums. Der Sachschaden beläuft sich daher gerade einmal auf 200 Euro. Allerdings seien konsekrierte Hostien auf dem Vorplatz verstreut aufgefunden worden. Damit gelte die Kapelle als geschändet. Die Polizei suche Zeugen, die etwas Verdächtiges gesehen haben, und wolle die ältere Frau sprechen, die beim Pfarrbüro die aufgebrochene Türe gemeldet hatte.

Generalvikar: Provokation und Missachtung aller Gläubigen

"Ich bin entsetzt, dass sich der Täter durch sein Handeln am Allerheiligsten unseres Glaubens vergangen hat", erklärte der Augsburger Generalvikar Harald Heinrich. "Es macht mich sprachlos, dass diese Schändung zum traurigen Höhepunkt einer Reihe von Vandalismus-Fällen an kirchlichen Einrichtungen in Gersthofen geworden ist." Jegliche Form von Vandalismus sei eine Provokation und Missachtung aller Menschen, denen ihr Glaube heilig ist, und dürfe in keiner Weise gebilligt werden.

Nach Angaben der Zeitung "Augsburger Allgemeine" wurde der denkmalgeschützte Bau mitten in Gersthofen  im  Winter 2017 mehrfach Zielscheibe von Vandalismus.  Damals warfen dort Unbekannte mit Steinen Fensterscheiben ein. St. Emmeram wurde 1722 vermutlich durch den Augsburger Baumeister Johann Paulus  erbaut. Seit einer Renovierung vor zehn Jahren finden dort wieder regelmäßig Gottesdienste statt. (luk)

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