Diese 10 Berge sollten Katholiken kennen
Deutsche Gipfel mit deutlichem Fingerzeig nach oben

Diese 10 Berge sollten Katholiken kennen

Viele Wege führen bekanntlich zu Gott - und mindestens einer geht über die Berge. Manche Bergnamen zumindest sind ein deutlicher Fingerzeig nach oben. Katholisch.de zeigt, welche erstaunliche Verbindung zwischen Himmel und Erde ausgewählte Gipfel in Deutschland aufweisen.

Von Madeleine Spendier |  Bonn - 17.08.2018

Benediktenwand

Die Benediktenwand ist ein 1.801 Meter hoher Bergrücken in den Bayerischen Voralpen und liegt ganz in der Nähe des Klosters Benediktbeuern, von dem sie auch ihren Namen hat. Heute ist das Kloster eine Niederlassung der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos. In der Nähe der Benediktenwand befindet sich auch die Probstenwand, die 1.589 Meter hoch ist. Auf dem Westgipfel des Berges steht ein hölzernes Gipfelkreuz. Unterhalb der Benediktenwand lädt die Johanneskapelle zu Einkehr und Gebet ein.

Der 1.800 Meter hohe Bergrücken "Benediktenwand" hinter den Kirchtürmen des Salesianer-Klosters Benediktbeuern.

Bischof

Dieser Berg ist 2.033 Meter hoch und liegt bei Garmisch-Partenkirchen im Estergebirge, einem der größten Karstgebirge in den Bayerischen Voralpen. Weil der Berg seiner Form nach einer Bischofsmütze ähnelt, leitet sich davon möglicherweise sein Name ab. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass eine Familie namens Bischof dort oben früher Weide-, Holz- oder Bergbaurechte besaß und der Berg daher ihren Namen trägt. Nach fast vier Stunden Aufstieg von Oberau her erwartet den Bergsteiger oben ein wundervolles 360-Grad-Panorama. Am Gipfel steht auch ein hölzernes Gipfelkreuz und wer will, kann sich in das Gipfelbuch eintragen. Bekannter als der Berg Bischof ist die Große Bischofsmütze, der mit 2.458 Metern höchste Gipfel im Dachsteingebirge in Österreich ist. Gemeinsam mit der 2.430 Meter hohen Kleinen Bischofsmütze bilden sie einen Doppelgipfel, der durch seinen gezackten Bergrücken an die Form einer Mitra erinnert und daher auch als Bischofsmütze bezeichnet wird.

Himmeleck

Das Himmeleck ist eine 2.145 Meter hohe mit Gras bedeckte Kuppe der Allgäuer Alpen. Am Himmeleck entdeckt der Wanderer noch die Schwefelgelbe Alpenanemone, auch Schwefel-Anemone genannt. Wer auf die Kuppe wandern will, muss allerdings schwindelfrei und trittsicher sein. Von der Kuppe aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Himmelhorn, einen 2.111 Meter hohen Berggipfel in den Allgäuer Alpen.

Der Schneck in den Allgäuer Alpen

Der Schneck in den Allgäuer Alpen. Eine Graskuppe im Grat vom Himmelecksattel zu seinem Vorgipfel heißt "Himmeleck".

Hohe Kanzel

Die Hohe Kanzel ist eine 592 Meter hohe Erhebung im deutschen Mittelgebirge Taunus. Sie liegt bei Königshofen im Gemeindegebiet Niedernhausen im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis. Der Name der Erhebung leitet sich vermutlich von einer Felsgruppe aus der Gipfelregion ab, die aussieht wie eine zu Stein gewordene Predigtkanzel. Früher stand auf dem Gipfel ein Aussichtsturm, heute findet man dort einen Gipfelstein.

Pilger steht auf Felsen, man sieht nur die Wanderschuhe in Großaufnahme

Dass beim Pilgern auch schon einmal die Füße weh tun, gehört dazu.

Kreuzberg

Der Kreuzberg ist ein 928 Meter hoher Berg der Rhön und liegt bei Haselbach im bayerischen Landkreis Rhön-Grabfeld in Unterfranken. Unterhalb des Gipfels befindet sich das 1644 gegründete Kloster Kreuzberg mit der Klosterbrauerei, der einzigen Brauerei, die der Franziskanerorden in Deutschland betreibt. Kloster und Kirche sind ein beliebter Wallfahrtsort für Pilger. Auch ein hölzernes Gipfelkreuz befindet sich auf dem Berg. Dorthin führen 14 Kreuzwegstationen, es sind Bildkapellen aus Sandsteinplatten. Die Stationen entstanden 1710 und zählen zu den ältesten erhaltenen Kreuzwegen in Deutschland. Die Golgota-Kreuzigungsgruppe wurde 1582 durch den Würzburger Fürstbischof Julius Echter errichtet. Die 14. Station des Kreuzweges ist das Heilige Grab. Seit der Missionierung der Franken durch den Heiligen Kilian im Jahre 686 gilt der Kreuzberg als "heiliger Berg der Franken". Die Wallfahrt auf den Kreuzberg ist erstmals für das Jahr 1647 durch die noch heute bestehende Würzburger Kreuzbruderschaft überliefert.

Sonnenaufgang in den Bergen.

Kreuzspitze

Die Kreuzspitze, auch Kreuzspitz genannt, ist mit 2.185 Metern der höchste Berg im bayerischen Teil der Ammergauer Alpen. Nicht zu verwechseln mit dem Kreuzspitzl, der 906 Meter weiter südlich auf der österreichischen Grenze liegt oder der Kreuzspitze in den Allgäuer Alpen. Der Berg befindet sich im Ettaler Forst und ist ein beliebtes Tourenziel. Auf dem Gipfel befindet sich ein Kreuz. Dieses könnte auch Namensgeber für den Berg sein, weil es als Grenzkreuz die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Österreich markiert.

Die Ammergauer Alpen.

Nonnenfelsen

Die Nonnenfelsen sind eine Felsformation am Südosthang des Buchberges im Zittauer Gebirge in Sachsen. Die Felsen sind 537 Meter hoch und befinden sich in der Nähe des Kurortes Jonsdorf. Sie bestehen aus grauem, mittelkörnigem Quarzsandstein. Die Felsformationen, die umgangssprachlich auch "Nonnenklunzen" genannt werden, regten schon immer die Phantasie der Bewohner an. Viele wollten darin die Umrisse menschlicher Wesen erkennen oder sogar Nonnen und Mönche, die Schleier und Habit tragen. So kamen die Felsen wohl zu ihrem Namen. Sehenswert sind neben den Felsengängen auch die Türme der Nonnenfelsen, auf die man über Brücken und steinerne Stufen sicher nach oben gelangt.

Nonnenfelsen in Sachsen

Die regten Nonnenfelsen in Sachsen schon immer die Phantasie der Bewohner an.

Paternosterklippe

Die Paternosterklippe ist eine Felsengruppe und liegt im Nationalpark Harz nahe Ilsenburg in Sachsen-Anhalt. Der Name "Paternosterklippe" leitet sich von einer Sage ab. Ordensfrauen aus dem ehemaligen evangelischen Kloster Drübeck sollen an dieser Stelle ihr letztes Vaterunser, das Paternoster, gebetet haben. Sie wurden von Raubrittern aus ihrem Kloster vertrieben, versteckten sich zuerst bei einem Mönch auf der Ilsenburg und flüchteten dann gemeinsam weiter auf die Felsenklippe. Auch dort wurden sie von den Raubrittern umzingelt. Todesmutig knieten sie nieder, um nocheinmal zu beten und sich dann den Felsen hinabzustürzen, um ihren Verfolgern zu entkommen. Auch der Mönch sprang mit den Nonnen gemeinsam vom Felsen. Einer der Felsen soll sogar an die Gestalt des betenden Mönches erinnern. Damals soll die Felsengruppe übrigens deutlich größer gewesen sein als heute. Die Klippe liegt auf 522 Metern und besteht aus Granit. 1964 wurde sie zum geologischen Naturdenkmal erklärt. 

Bild: © Frank Bothe

Die Paternosterklippe im Nationalpark Harz in Sachsen-Anhalt.

Predigtstuhl

Der Predigtstuhl ist ein 1.613 Meter hoher Berg im Lattengebirge in den Berchtesgadener Alpen in der Nähe der Stadt Bad Reichenhall. Der Aussichtsberg kann mit der Predigtstuhlbahn, der ältesten original erhaltenen Kabinenseilbahn der Welt, befahren werden. Auf dem Gipfel steht ein goldenes Kruzifix. Ein privater Investor wollte auf dem Gipfel des Berges eine 55 Meter hohe Jesusstatue errichten lassen. Sie sollte mindestens 20 Meter höher werden als die Jesusstatue in Rio de Janeiro und im Inneren eine Kirche beherbergen. Das Vorhaben wurde jedoch nie umgesetzt, weil die Baugenehmigung dazu fehlte. Einen Besuch wert ist auch die Bildstöckl-Kapelle, die in der Nähe des Predigtstuhls liegt. Sie wurde 1949 als Gedächtniskapelle errichtet.

Bild: © Stefan Straub

Der Predigtstuhl ist ein 1.613 Meter hoher Berg in den Berchtesgadener Alpen.

Sonntagshorn

Das Sonntagshorn ist mit 1.961 Metern der höchste Berg der Chiemgauer Alpen und liegt zwischen Ruhpolding und Unken genau an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Weil der Berg nicht durch Seilbahnen erschlossen ist, ist der Aufstieg von deutscher Seite zwar anstrengend, führt aber durch unberührte Naturlandschaften und garantiert oben angekommen eine spektakuläre Aussicht. Der Name "Sonntagshorn" hat übrigens nichts mit dem Wochentag zu tun, sondern leitet sich vom Wort "Sonnendach" ab. Der Gipfel formt sich auf seiner Südseite wie ein Dach, welches durch seine Neigung stark von der Sonne bestrahlt wird. Daher wohl der Name. Das Gipfelkreuz trägt eine Christusfigur mit einer INRI-Tafel und steht exakt auf der bayerisch-tirolerischen Grenze. Wer will, kann sein Gipfelglück oben in das Gipfelbuch eintragen.  

Von Madeleine Spendier