Bistumssprecher wollen kritische Berichterstattung zu "synodalem Weg"
Erklärung vor dem Start des Reformprozesses

Bistumssprecher wollen kritische Berichterstattung zu "synodalem Weg"

Am ersten Advent startet der "synodale Weg" zur Erneuerung der Kirche in Deutschland. Kurz vor Beginn melden sich Sprecher katholischer Bistümer und Einrichtungen in einer gemeinsamen Erklärung zu Wort: Sie sagen, warum die Medien den Reformprozess kritisch begleiten müssen.

Berlin - 27.11.2019

Eine Gruppe katholischer Pressesprecher hat sich kurz vor dem Start des "synodalen Wegs" für eine kritische Begleitung des Reformprozesses durch die Medien ausgesprochen. "Gerade bei Skandalen, Krisen und Konflikten hilft nur eine möglichst große Transparenz. Zum Beginn des 'synodalen Wegs' stellen wir daher klar: Wir sind dankbar für eine kritische Begleitung dieser für die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland wichtigen Debatte", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung, die katholisch.de vorliegt.

Der "synodale Weg" sei unter anderem eine Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal. Die Kirche habe sich vorgenommen, die Wirklichkeit genau zu analysieren und den Dialog zu führen. Dabei würden die Medien "in der Analyse und im Dialog" eine wichtige Rolle spielen, auch was die Transparenz des "synodalen Wegs" angehe. Zu den 13 Unterzeichnern des Schreibens gehören die Sprecher der Erzbistümer und Bistümer Aachen, Bamberg, Berlin, Essen, Freiburg, Limburg, München und Freising, Münster, Rottenburg-Stuttgart, Speyer und Würzburg sowie die Sprecherin des Hilfswerks Adveniat und der Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

"Überwiegend faire Berichterstattung über Missbrauchsskandal"

Bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals hätten die Medien ihre Rolle als vierte Gewalt wahrgenommen und die Kirche mit unangenehmen Wirklichkeiten konfrontiert. "Mediale Berichterstattung hat bei der Aufdeckung eine wichtige Rolle gespielt. Die Berichterstattung haben wir zum größten Teil als fair wahrgenommen", so die Sprecher. Für eine Beziehungskrise zwischen Kirche und Medien gebe es keine Anhaltspunkte. Dies heiße aber nicht, dass nicht beide Seiten an einer Verbesserung der Kommunikation arbeiten könnten.

Die Berichterstattung über Konflikte, Krisen und Skandale gehöre zum journalistischen Alltag. Indem die Medien das täten, kämen sie ihrer Verantwortung als vierte Gewalt nach. Insbesondere in Zeiten, in denen populistische Kräfte den Medien dieses Recht abzusprechen versuchten, sei es umso energischer zu verteidigen. "Das gilt auch dann, wenn die katholische Kirche selbst im Fokus einer kritischen Berichterstattung steht", betonten die Unterzeichner. (stz)