Ein Test auf das Coronavirus
Newsticker: Corona und die Kirche, 18. März

Auch im Bistum Essen fallen alle Kar- und Ostergottesdienste aus

Die ganze Welt ist von der Corona-Pandemie betroffen. Auch das kirchliche Leben ist eingeschränkt: Gottesdienste und andere Veranstaltungen fallen aus, Christen helfen, Christen erkranken. Im katholisch.de-Newsticker gibt es täglich ein aktuelles Bild der Lage in Deutschland und der Weltkirche.

Bonn - 18.03.2020

16:20 Uhr: Auch im Bistum Essen fallen alle Kar- und Ostergottesdienste aus

Das Ruhrbistum Essen hat alle öffentlichen Gottesdienste an den Kar- und Ostertagen abgesagt. "Das ist ein tiefgreifender Einschnitt für jeden einzelnen Christen und das gemeinschaftliche Leben unserer Gemeinden", teilte Essens Bischof Franz-Josef Overbeck am Mittwoch mit. Die Absage der Feierlichkeiten zum höchsten Fest der Christenheit würden jedoch deutlich machen, "wie ernst die Situation ist, die unsere Gesellschaft gerade durchlebt". Neben den Veranstaltungen in Kirchenräumen könne auch der traditionelle "Kreuzweg auf der Halde" am Karfreitag auf der Halde Haniel in Bottrop nicht stattfinden.

Doch falle Ostern natürlich nicht aus: "Wir müssen vielmehr in diesem Jahr gemeinsam neue Wege finden, die Kar- und Ostertage zu feiern. Jeder für sich – allein oder im Kreis der Familie – und doch durch unseren Glauben und die frohe Botschaft miteinander verbunden", so Overbeck weiter. An Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern werde er sich in Video-Botschaften an seine Gläubigen wenden. Das Bistum bereite zudem Vorschläge für die häusliche Feier der Kar- und Ostertage vor. In diesem Zusammenhang verwies der Bischof auf die Gebetsaktion in der Oberhausener Pfarrei St. Pankratius: Täglich um 19.00 Uhr würden die Gemeindemitglieder dort bei einer brennenden Kerze das Vaterunser beten. Overbeck rief dazu auf, die Erkrankten, die Helfer in den verschiedenen Institutionen und Diensten sowie die vielen Menschen, die sich Sorgen machten, ins Gebet mit aufzunehmen. (cst)

16:15 Uhr: Bistum Dresden-Meißen setzt alle kirchlichen Veranstaltungen aus

Aufgrund der Coronakrise hat das Bistum Dresden-Meißen seine Anweisungen an die Kirchengemeinden verschärft. Alle öffentlichen Gottesdienste und kirchlichen Veranstaltungen im Bistum sind bis auf weiteres abgesagt, wie Bischof Heinrich Timmerevers in einem Schreiben bekannt gab. Er betonte: "Der Schutz von Leib und Leben der besonders Gefährdeten erfordert in der Corona-Krise Entscheidungen, die ich nur sehr schweren Herzens und in großer Bedrängnis treffe." Die Verlangsamung der Corona-Pandemie und damit der Schutz von besonders Gefährdeten habe jedoch "höchste Priorität", so Timmerevers.

Staatliche Weisungen könnten weitere Einschränkungen notwendig machen, heißt es weiter in dem Schreiben. "Ihnen ist unbedingt Folge zu leisten, selbst wenn religiöse Veranstaltungen ausgenommen sein sollten." Die Kirchenräume sollten jedoch nach Möglichkeit für das persönliche Gebet geöffnet bleiben. Reguläre Krankenbesuche, einschließlich Spendung der Krankenkommunion, seien auszusetzen. Die Spendung der Kommunion an Schwerstkranke und Sterbende sei aber möglich. Alle aufschiebbaren Feiern wie Taufen und Trauungen seien nach Gespräch mit den betroffenen Familien und Eheleuten zu verschieben. Nottaufen seien davon ausgenommen. Beerdigungen könnten derzeit nur nach den öffentlichen Vorgaben im engsten Kreis der Familie im Freien stattfinden. (KNA)

15:50 Uhr: RTL sagt Live-Event "Die Passion" ab

Der Privatsender RTL sagt wegen der Corona-Pandemie seine für den 8. April geplante TV-Inszenierung mit Live-Event zur Kreuzigung Jesu ab. Aufgrund der aktuellen Situation und der fehlenden Planbarkeit kommender Ereignisse könne das Event zur Passion Jesu nicht stattfinden, teilte Projektleiter Gunnar Evang unter Hinweis auf die zuständige RTL-Redaktion am Mittwoch in Köln mit.

Die Passionsgeschichte sollte ursprünglich auf dem Essener Burgplatz gegenüber dem Dom in Szene gesetzt werden. Für die Hauptrolle als Jesus war der Sänger, Musicaldarsteller und Schauspieler Alexander Klaws besetzt. Als Judas war Mark Keller ("Alarm für Cobra 11") eingeplant, als Erzähler TV-Moderator Thomas Gottschalk. An der Hauptbühne auf dem Burgplatz hatte RTL mit rund 4.500 Besuchern gerechnet. Außerdem sollte es eine Live-Schalte zu einer Passions-Prozession geben, bei der ein großes, leuchtendes Kreuz durch die Innenstadt zur Hauptbühne am Burgplatz getragen werden sollte.

Das erzählerische Konzept der Passionsgeschichte hatte RTL vom niederländischen Fernsehen übernommen. Dort ist das Event schon seit zehn Jahren zu Ostern fest im Programm. (epd)

14 Uhr: Erzbischof Heße feiert in Quarantäne Facebook-Gottesdienste

In der Corona-Quarantäne will Hamburgs Erzbischof Stefan Heße täglich einen Gottesdienst in seiner Hauskapelle feiern und diesen bei Facebook übertragen. Die erste Feier ist für diesen Donnerstag um 11.00 Uhr geplant, wie das Erzbistum Hamburg am Mittwoch bekanntgab. Heße hatte sich nach Rückkehr von einer Marokko-Reise und dem Rückflug über die spanische Hauptstadt Madrid für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben.

"Mir ist es wichtig, gerade in dieser Zeit die Verbindung zu den Menschen zu erhalten", sagte Heße. Deshalb gehe er den auch für ihn ungewohnten Weg. Der Erzbischof regelt den Angaben zufolge die Übertragung in das soziale Netzwerk in Eigenregie.

Heße war vergangene Woche in seiner Funktion als Flüchtlingsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz nach Marokko gereist. Die anschließende Quarantäne erfolgte aufgrund der Einstufung Spaniens als Corona-Risikogebiet. Bereits zu Beginn der Woche hatte er mitteilen lassen, dass bei ihm keine Symptome des Virus zu erkennen seien und es ihm gut gehe. (KNA)

13 Uhr: Bistum Magdeburg sagt alle Osterfeiern ab

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie schränkt das Bistum Magdeburg sein kirchliches Leben massiv ein. Bis zum 30. April sind alle kirchlichen Veranstaltungen und Gottesdienste im Bistum abgesagt, wie Bischof Gerhard Feige in einer am Mittwoch veröffentlichten Anordnung bekannt gab. Damit entfallen auch alle für die Kar- und Ostertage angesetzten Gottesdienste. Die Kirchen sollten jedoch als Orte des persönlichen Gebetes offen gehalten werden, so lange es von staatlicher oder kommunaler Seite keine anderen Weisungen gebe.

Ferner müssen für diesen Zeitraum angesetzte Erstkommunionfeiern verschoben werden. Alle Firmungen sind bis zu den Sommerferien abgesagt. Dies gelte auch für Lebenswendefeiern. Die für den 6. und 7. Juni angesetzten Neuwahlen aller Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände werden ebenfalls ausgesetzt, da eine sorgfältige Vorbereitung durch ausgesetzte Gremiensitzungen nicht gewährleistet werden könne. "Als Kirche bleiben wir in der Mitverantwortung, die Gesundheit jedes einzelnen Menschen zu schützen und die Verbreitung des Corona-Virus" zu verlangsamen", heißt es in dem Schreiben.

Beerdigungen auf dem Friedhof können laut bischöflicher Anordnung nur noch im engsten Familienkreis mit wenigen Personen stattfinden. Dabei sei zu klären, ob seitens der Kommune Trauerfeiern in Friedhofskapellen durchgeführt werden können. Auch hier seien die notwendigen Hygienevorschriften zu beachten. Sollte es nicht möglich sein, Taufen und Trauungen kurzfristig zu verschieben, seien sie vorerst ohne Beteiligung der Öffentlichkeit und ohne Messdiener sowie "ausschließlich im allerengsten Familienkreis" weiter möglich.

Die Seelsorge solle weiterhin gewährleistet werden, unter Beachtung des "angemessenen Eigenschutzes", der in besonderer Weise für ältere Seelsorgerinnen und Seelsorger und solche mit Vorerkrankungen gelte, da sie zur Risikogruppe der Corona-Erkrankung gehören. Seelsorger sollten als Ansprechpersonen zur Verfügung stehen, telefonisch, digital oder soweit möglich und sinnvoll auch persönlich. Bei Beichtgesprächen müssten die notwendigen Hygienemaßnahmen und ein Mindestabstand von zwei Metern beachtet werden. Von daher seien Beichtgespräche im Beichtstuhl nicht möglich, so die Anordnung. (KNA)

12.30 Uhr: Baden-Württemberg verbietet Gottesdienste bis Mitte Juni

Baden-Württemberg hat im Zuge des Schutzes vor Infektionen mit dem Corona-Virus alle Gottesdienste und religiösen Zusammenkünfte verboten. Das Verbot ist Teil der an diesem Mittwoch in Kraft getretenen Verordnung der Landesregierung, die auf dem Infektionsschutzgesetz gründet. Die Verordnung gilt bis 15. Juni, die Regierung kann dieses Datum aber ändern.

Die Kirchen im Land hatten teilweise bereits im Vorfeld entsprechende Regeln veröffentlicht. Vielerorts sollen die Kirchentüren offen bleiben, um Menschen die Möglichkeit zum Beten zu geben. Auch sollen die Kirchenglocken zu den gewohnten Gottesdienstzeiten läuten.

Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst sprach insgesamt von einer "sehr schmerzlichen Entscheidung". Zugleich betonte er, die Pfarrbüros seien weiter als Anlaufstellen erreichbar. Auch Seelsorger seien ansprechbar. Freiburgs Erzbischof Stephan Burger betonte in einem offenen Brief, jeder trage Verantwortung, das persönliche und kirchliche Leben so zu gestalten, "dass wir das Gemeinwohl und das Leben der anderen, insbesondere von Risikogruppen, nicht gefährden und nicht zur Verbreitung des Coronavirus beitragen". Dazu gehöre auch, "alle staatlichen Bemühungen um Eindämmung der Krise aktiv zu unterstützen, auch wenn die freie Religionsausübung dadurch eingeschränkt wird".

Das Erzbistum Freiburg überträgt ab sofort werktags ab 18.30 Uhr sowie sonntags ab 10.00 Uhr einen Gottesdienst aus dem Freiburger Münster. Auch aus dem Rottenburger Dom werden Messfeiern gesendet. (KNA)

12.25 Uhr: #ansprechbar: Christen bieten Seelsorge auf Instagram an

Unter dem Hashtag #ansprechbar bieten auf dem sozialen Netzwerk Instagram Christen verschiedener Konfessionen seelsorgliche Gespräche an. Mit dem Hashtag wollten die Teilnehmer signalisieren, dass sie für die Sorgen und Nöte der Menschen ansprechbar sind – auch wenn Gottesdienste aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt stattfinden könnten, erklärt der evangelische Pfarrer Nico Ballmann in einem Interview mit dem christlichen Medienmagazin "Pro" am Dienstag. "Wir wollen gemeinsam aushalten, zuhören, beten und mit unserem Glauben den Menschen Mut machen", so der Kölner Pfarrer.

Auf Instagram hätten durch den Hashtag auch schon Menschen Kontakt mit ihm aufgenommen, "die mit der Kirche nichts am Hut haben, aber jemanden suchen, der sich ihrer Sorgen, Nöte und Probleme annimmt", so Ballmann. An der Aktion beteiligen sich neben katholischen und evangelischen Priestern zudem Gemeindereferenten, Lehrer oder andere Gläubige, die auf Instagram aktiv sind. (cbr)

12:15 Uhr: Bistum Augsburg ruft zu Rosenkranzgebet am Donnerstag auf

Der ernannte Bischof von Augsburg, Bertram Meier, hat die Gläubigen seiner Diözese dazu eingeladen, am Donnerstag, den 19. März, um 21.00 Uhr den lichtreichen Rosenkranz zu beten. "Beten wir gemeinsam den Rosenkranz für alle, die unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden", sagte Meier laut Mitteilung des Bistums. Dazu könnten Christen ein weißes Tuch ins Fenster hängen und eine Kerze dazustellen. Kirchenglocken sollten das Gebet einläuten.

Meier greife damit eine Initiative der Italienischen Bischofskonferenz auf, hieß es weiter. Zeitgleich würden auch dort die Menschen in ihren Wohnungen für die von der Pandemie Betroffenen beten. Für Meier seien dies insbesondere "die Alten und Kranken, die im Kampf gegen diesen unsichtbaren Gegner zur größten Risikogruppe zählen", die Ärzte, Pflege- und Hilfskräfte, sowie Menschen, die durch die Schutzmaßnahmen gegen das Virus in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht seien. Das Gebet soll nach dem Willen des künftigen Bischofs ein Zeichen der Solidarität sein: "Besinnen wir uns auf das Wesentliche unseres Glaubens. Lassen wir den Gebetsfaden zu Gott nicht abreißen!" (cst)

12:05 Uhr: Polnische Bischofskonferenz betet täglich für ein Ende der Pandemie

Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, hat dazu aufgerufen, täglich um 20:30 Uhr gemeinsam mit ihm den Rosenkranz zu beten. Um diese Uhrzeit würden Priester und Ordensleute in den Kirchen beten, in spiritueller Gemeinschaft mit den in ihren Wohnungen betenden Gläubigen. "Bleiben wir im Gebet vereint", appellierte Gadecki in einer Mitteilung der Bischofskonferenz.

In Polen finden sonntags weiterhin Messen statt, ihre Teilnehmerzahl ist allerdings auf maximal 50 Personen beschränkt. Es gilt wie in Deutschland ein bischöflicher Dispens von der Sonntagspflicht. Für die Menschen zu Hause würden die Messe und das tägliche Rosenkranzgebet im Fernsehen, im Radio sowie über das Internet übertragen, teilte die Bischofskonferenz am Dienstag mit. (cst)

11.50 Uhr: Erzbistum Freiburg verschiebt Pfarrgemeinderatswahlen

Die Pfarrgemeinderatswahlen im Erzbistum Freiburg werden wegen der Coronakrise um zwei Wochen auf den 5. April verschoben. Eine Stimmabgabe ist nur per Brief oder Online-Wahl möglich. Damit reagiert die Diözese auf die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus. Damit ist der Wahltag in beiden baden-württembergische Bistümern am selben Tag. Auch Rottenburg-Stuttgart ermöglicht in diesem Jahr keine Präsenzwahl.

Bei der Freiburger Wahl haben die 1,6 Millionen katholischen Christen ab 16 die Möglichkeit, Pfarrgemeinderäte in 224 Kirchengemeinden zu wählen. Die Frist zur Beantragung der Briefwahlunterlagen wurde bis 1. April verlängert. Die ehrenamtlichen Pfarrgemeinderäte gestalten und organisieren das kirchliche Leben vor Ort mit und sind an Leitung und Finanzaufsicht beteiligt. (fxn/KNA)

10.55 Uhr: Nicht trostlos: Kohlgraf meldet sich aus der Quarantäne

Der aktuell in Quarantäne lebende Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sieht trotz der Corona-Krise keine "trostlosen" Zeiten heraufziehen. Auf Facebook schrieb er am Mittwoch: "Eines der am häufigsten verwendeten Wörter ist in den Zeitungen 'trostlos'." In den Texten etwa des Morgengebets der katholischen Kirche finde er dagegen viel Trost. Im Psalm 98, der für diesen Mittwoch ausgewählt ist, heiße es: "Freut Euch, jubelt und singt!" Das Gebet helfe, "das Schöne im Kleinen zu entdecken", so Kohlgraf. Er postete ein Foto mit einem Blick auf Blumen im Garten und wünschte einen "gesegneten Tag".

Am Freitag hatte das Bistum bekanntgegeben, dass Kohlgraf sich in Quarantäne befinde. Er habe sich mit einer mit Corona infizierten Person im selben Raum aufgehalten und bleibe auf Anweisung der Gesundheitsbehörden vorerst etwa zwei Wochen zu Hause. In Quarantäne wird Kohlgraf auch am Samstag seinen 53. Geburtstag begehen, wie ein Bistumssprecher auf Anfrage sagte. (KNA)

Themenseite: Die Kirche während der Corona-Krise

Gottesdienste werden abgesagt, Gotteshäuser geschlossen: Das Coronavirus hat auch die katholische Kirche in Deutschland und Europa erreicht. Wie geht es nun in den Bistümern weiter? Und was können die Gläubigen tun? Auf unserer Themenseite sammeln wir unsere Berichterstattung zur Pandemie.